Berlin-Tipps

berlin görli 1mai24.08. 19:30 Schokoladen: Shotgun Jimmie, Adventure Team (Indierock) 7e
24.08. 20:00 Cassiopeia: EF, The History Of Colour TV (Postrock, Shoegaze) 16e
24.08. 20:00 Lido: Beginner (Hip Hop)
24.08. 20:00 Rummelsbucht: Alright Gandhi (Indierock)
24.08. 22:00 Wild At Heart: Skinny Downers (Dark Electronic) 0e
24.08. 23:00 About Blank: Sascha Funke, Denis Stockhausen, Tom Peters, Diwa (Techno)
24.08. 23:59 Watergate: Miss Kittin, La Fleur (Electro)

25.08. 19:00 Park Am Gleisdreieck: The Dead South, Dellé, Suchtpotenzial (Bluegrass, Reggae, Rock) 0e
25.08. 20:00 Artliners: Kitty Solaris, Brandon Miller (Electronica, Folk)
25.08. 20:00 Bi Nuu:  Leftöver Crack (Punk) 18e
25.08. 21:00 Yaam: Tarrus Riley & The Black Soil Band feat. Dean Fraser & Alaine (Dancehall) 28e
25.08. 22:00 Koma F: M:40 (Crust)
25.08. 23:59 Suicide Circus: Pat Flanders, Bjørn Svin, P.A.K.A., Axiom (CL), Kate Push, Púca, Monya (Techno)

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"Oldschool Society": Wenn der V-Mann vom Bundeskriminalamt mitmischt

Mitte August 2016
Bundesweite Festnahme- und Durchsuchungsmaßnahme wegen des Verdachts der Bildung einer rechtsterroristischen Vereinigung. Wow, was muß das für ein Erfolg deutscher Ermittlungsbehörden - am 6. Mai 2015 - gewesen sein.  ie "Oldschool Society" (OSS) - eine 'Terrorgruppe' ausgehoben, bevor deren Mitglieder aktiv werden konnten? Die meisten Medien transportierten damals diese Lesart der Bundesanwaltschaft nahezu wörtlich. ossAuch zum Prozeßbeginn - ein Jahr später - gab es eine breite Berichterstattung. 

Mittlerweile ist es in der Presse still geworden. Vor Gericht kam heraus: ein V-Mann des Bundeskriminalamtes (BKA) spielte bei der "Oldschool Society" eine aktive Rolle. Und: die Bundesanwaltschaft habe die "rechtsterroristische Vereinigung" wohl überschätzt. Wie ein Vertreter jüngst - gegenüber der Tageszeitung 'junge welt'einräumte. 

Eine 'Terrorgruppe', die Videos ins Internet stellt. Die einen aktiven Facebook-Account mit unverschleierten Fotos privater Treffen unterhielt. Die in Chatforen Anschläge ankündigte. Das machte bundesdeutsche Ermittler aufmerksam. Und so kam es, dass das BKA - im Umfeld der selbsternannten Widerstandsgruppe - einen verdeckten Ermittler einsetzte. Ob das BKA ihn anwarb oder platzierte ist bisher nicht bekannt. Der V-Mann sollte sich nicht am internen Chat beteiligen, wie der stellvertretende BKA-Ermittlungsleiter vor Gericht in München einräumte. Allerdings sollen - vor Gericht vorgelegte - Chatprotokolle unvollständig sein. Auch habe der V-Mann des Bundeskriminalamt geplant, Mitglieder der Gruppe mit einem Fahrzeug zum zweiten Treffen der "Oldschool Society" ins sächsische Borna (bei Leipzig) zu bringen.

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#Merkelmussweg: "Wollt ihr das System zum Einsturz bringen?!"

30. Juli 2016
Berlin-Hauptbahnhof, Ausgang Regierungsviertel. Egal, wo man steht oder läuft: es stinkt. Nach faulen Eiern, nach alter Pisse. Wahrlich kein Ort zum Verweilen. Zum Dritten Mal trifft sich hier bereits die Initiative 'Merkel aus weg'. Während im Frühjahr Dreitausend dem Aufruf folgten, im Mai immerhin noch die Hälfte kam, ist das Klientel an diesem letzten Sommersamstag im Juli überschaubar. Mehr als 700 bis 800 sind es - zunächst - nicht. Und dass, obwohl das Thema Flüchtlinge und Terrorgefahr seit den Anschläge vor einer Woche in Würzburg und Ansbach wieder intensiv diskutiert wird, Angela Merkel auf ihrer Pressekonferenz jüngst wirkte, als erkenne sie den Ernst der Lage nicht.

IMG 0080"In Dresden sind wir mehr" sagt einer, der am Rand steht. Eingehüllt in eine Deutschlandfahne. Neugierig schaut er zu, wie ein paar schwarzbekleidete Glatzköpfe in Richtung einer Gruppe Gegendemonstranten pöbeln. Die Ordner in den orangenen und gelben Warmwesten haben Mühe, die Gruppe zurückzudrängen. Einige sind schon ziemlich besoffen, können sich gerade noch so auf den Beinen halten. Im Niemandsland - zwischen den rot-weißen Absperrgittern aus Stahl - zerren Schäferhunde, wild kläffend, an Polizeilederleinen.

Über den Platz laufen zwei Männer mit professionell gestalteten Plakaten, Erinnerungsfotos werden gemacht, Interviews gegeben. Vor allem aus dem Osten sind sie angereist. Rostock, Schwerin, Magdeburg, Halle, Dresden und Leipzig. Aggressive Rechtsradikale und Hools, daneben die Dauerdemonstranten von Pegida. Eine sehr spezielle Mischung, die es in dieser radikalen Form so in Dresden nicht gibt. Aber durchaus im Westen. Zum Beispiel, Anfang Januar in Köln, als nach den Silvesterübergriffen am Dom mehr als 2.000 kamen.

Viele begrüßen sich, als hätten sie sich kürzlich erst gesehen. Auch die Redner sind nicht neu, die Argumente vertraut, die Demoroute durch das Regierungsviertel klar. Dass am Rande Gegendemonstranten stehen - auch das gehört zur 'Folklore'. Wie die Rufe "Lügenpresse" und "Merkel muss weg". Den Slogan "Wir sind das Volk" hört man an diesem Tag kaum. Dafür - unmittelbar gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio - über Lautsprecher: "Wollt ihr das System zum Einsturz bringen?!" Einige antworten mit "Ja". Das ist neu. So offen auf Veranstaltungen aus diesem Spektrum noch nie ausgesprochen. Obwohl es der ein oder andere - als politisches Ziel - im vertraulichen Gespräch  durchaus auch mal erwähnt hat. Spannende Zeiten. Nicht nur im Regierungsviertel.

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Merkel-PK: 'Eier haben'. Oder die Frage zum Rücktritt

von Fred Kowasch

Es gibt in der Bundespressekonferenz kaum noch welche, die ihren Job auch ausüben. Präzise, harte Fragen stellen. 'Eier haben'. Thilo Jung ist so einer (komisch, dass den keiner bei ARD und ZDF einstellen will), eine holländische Journalistin und Dieter Wonka - Der Mann mit den Fragen. Einst Hauptstadtkorrespondent der Leipziger Volkszeitung, bestens vernetzt und immer für eine Schlagzeile gut. Von ihm kam die Frage zum Rücktritt Merkels.

Merkel hat harte Fragen nicht gern. Das sieht man ihr - immer noch - an. Als stellvertretende DDR-Regierungssprecherin verlor sie schon mal die Nerven, blaffte in Pressekonferenzen Journalisten im SED-Style an. Auch heute beantwortet sie prekäre Fragen nicht. Ihr jüngster Auftritt vor der Bundespressekonferenz wirkte autistisch, wie aus einer anderen Welt. Als sei die planlose Aufnahme von Zuwanderern - elf Monate vorher - gesellschaftlicher Konsens gewesen: "Die Entscheidung, die wir alle gemeinsam getroffen haben ....".

Wie akzeptiert diese Entscheidung ist, kann jeder am Samstag Nachmittag am Berliner Hauptbahnhof sehen. Dann treffen sich - zum dritten Mal bereits - zahlreiche Menschen, um unter dem Motto 'Merkel muss weg' durch das Regierungsviertel zu demonstrieren. interpool.tv wird aus Berlin berichten.

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nr 16: "Wir waren Akteure und nicht mehr Beobachter"

So langsam bekommen selbst die borniertesten Chefredakteure, Herausgeber und Intendanten mit, dass ihnen die Leser und Zuschauer von der Stange gehen. Dass sich im Netz längst eine eigene Öffentlichkeit aufgebaut hat. Einer Öffentlichkeit, der die Berichterstattung auf 'Spiegel online', bei 'Süddeutsche', FAZ, ZEIT oder in der ARD im Prinzip egal ist. Weil sie dort eben durchaus auch nach dem Prinzip publizieren: "Es kann nicht sein, was nicht sein soll", wie ein Chefredakteur bei der Diskussion auf der Journalistenkonferenz 'Netzwerk recherche' 2016 ungewohnt freimütig einräumt. Eine Analyse zur 'refugees welcome' Berichterstattung und der seltsamen Rolle des WDR in der Kölner Silvesternacht.

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Hinter den Schlagzeilen: Über 'Gegenöffentlichkeit' und die Massenmedien

Wollen sie nicht? Können Sie nicht? Oder dürfen sie nicht? Wie die Massenmedien den publizistischen Wettstreit verlieren.

von Fred Kowasch

Mitte Mai 2016
Die Aktion 'Ende Gelände' am Pfingswochenende in der Lausitz. Über Twitter kritisieren die Braunkohlegegner immer wieder die fehlende Berichterstattung von ARD und ZDF, monieren dass die Nachrichtenagentur dpa keinen Journalisten vor Ort geschickt hat. Erst nach Ende der dreitägigen Aktion wird in den Massenmedien ausführlicher über diesen Protest berichtet. Der - immerhin - fast zur Abschaltung eines Kohlekraftwerkes führte.  

Die Massenmedien: sie brauchen Tage bis sie ein Thema erkennen, seine Relevanz richtig einzuschätzen wissen. Dies war auch bei den sexuellen Übergriffen - überwiegend von Nordafrikanern - an Silvester in Köln nicht anders. Tagelang ignorierten ARD wie ZDF, FAZ und Süddeutsche die Vorfälle, die bei Facebook, Twitter und in Blogs längst ein viel diskutiertes Thema waren. 

Dies ist keineswegs ein neues Phänomen. Bereits Anfang der 90er Jahre - ich saß damals als Hospitant im Berliner dpa-Büro - bewerteten Verantwortliche die progromartigen Übergriffe in Rostock-Lichtenhagen falsch. Trotz heftigen insistieren wurde keine Verstärkung vor Ort geschickt. Als Tags darauf der Mob tobte, Molotovcocktails in das von Asylbewerbern bewohnte Haus flogen, waren nur wenige Journalisten vor Ort. Auch bei anderen Medien verging damals viel Zeit, ehe sie die Tragweite das Themas begriffen. Vorher konnte man fast nur in der sogenannten Gegenöffentlicheit - in linken Szeneblättern, der Taz oder in Alternativradios - Hintergründe zum Thema Rechtsradikalismus erfahren.

25 Jahre später wird wieder über Gegenöffentlichkeit geredet. Nur scheint der Begriff diesmal streng konservativ bis politisch rechts besetzt. Blogs wie pi-news.net (Political Incorrect), Zeitschriften wie die Junge Freiheit und das Monatsmagazin Compact verzeichnen steigende Leserzahlen. Ihre Berichterstattung - u.a. zur Flüchtlingsfrage und zur vermeintlichen Unterdrückung von Informationen - trifft auf ein hohes Interesse.

Aber auch die politische Gegenseite benutzt das Internet im Sinne der Gegenöffentlichkeit. So publiziert die linksautonome Szene Pamphlete, Demoberichte und Informationsleaks über ihre Webseite linksunten.indymedia.org. Erst jüngst sorgte ein Bericht über eine Polizeiinformantin in der Hamburger Antifa-Szene bundesweit für Schlagzeilen. Und: Bewegungen wie ende-gelaende.org erreichen ihre Anhänger via Blog, Twitter, Facebook, Youtube und Periscope. Letztendlich steuern sie damit ihre Aktionen.

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Verfassungsschutzbericht 2015: Pegida, Hooligans und HogeSa

28.06.2016
Gibt man im neuen Bundesverfassungsschutzbericht die Suchwörter 'Pegida' und 'Hooligans' ein, wird man erstaunlich oft fündig. 17 und zehn 'Treffer, auch der Begriff HogeSa findet sich sieben Mal in dem 319 Seiten Werk. Dies alles läuft unter der Überschrift 'Rechtsextremistische Einflußnahme'.

Offiziell gelten die 'Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes' (Pegida) nicht als Beobachtungsobjekt des Verfassungsschutzes, ".... da in der Gesamtschau noch keine hinreichenden Anhatspunkte für eine verfassungsfeindliche Betrebung vorliegen."

HogeSa2bUnter der Überschrift 'Rekrutierungsfeld Hooligans' (Seite 66 ff.) erfährt der Leser interessante Zahlen über verschiedene Kundgebungen und Demonstrationen verschiedener Gruppen ('Gemeinsam Stark', Hooligans gegen Salafisten') im letzten Jahr. Wörtlich heißt es: "Die Teilnahme unterschiedlich großer Personengruppen aus der Hooliganszene an solchen Kundgebungen zeigt, dass eine signifikante Anzahl Hooligans durchaus gewillt ist, sich für politische Aktionen einzubringen."  Ein eigenes Kapitel im Bundesverfassungsschutzbericht: das gab es für Hooligans in dieser Form noch nicht.

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Ordnertruppe gegen die Antifa: Wie Hooligans und Pegida zusammenarbeiten

SPORT INSIDE (28.02.2016 - 22:15 UHR - WDR) - HIER gehts zum Film!

Die Hooligan-Szene radikalisiert sich zusehends. Fanszenen eigentlich zerstrittener Vereine laufen gemeinsam als selbsternannte Patrioten mit bei Pegida-Kundgebungen. Experten sehen eine neue Dimension der rechten Politisierung der Szene. (Text WDR)
HogeSa2c
Screenshot: Hooligans bei der wöchentlichen Demonstration von Pegida-NRW in Duisburg (14.12.2015) 

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On the Road: Von nervenden Backpackern und einsamen Inseln

"Where do you come?", Where do you go?", "What do you making?" Wer kennt sie nicht die immergleichen Fragen. Mit der Zeit können sie einen schon auf den Geist gehen: 7 Gründe, warum Backpacker nerven. Da hilft nur, mal woanders einzuchecken oder mit der Bierflasche Reißaus zu nehmen ....

Wer monatelang unterwegs ist, dem kann schon mal das Geld ausgehen -  Weit weg und pleite. Doch: überall auf der Welt kann man arbeiten. Ob nun als Englischlehrer oder als Porno-Queen. Besonders Clevere machen als Reiseschriftsteller schon vorher ihr Hobby zum Beruf ....

Endlich am perfekten Strand. Die einsamen Inseln und Buchten - sie gibt es noch. Man muß nur ein wenig suchen. Oder weit, weit reisen - Das sind die letzten unentdeckten Reiseziele der Welt. Die letzten sicher nicht. Aber auch dort ist vieles anders, als es scheint ....

paraty2 traveller calendar 2016 klUnterwegs an der brasilianischen Costa Verde. Voll allein - wie eine russische Lady versucht, dort ihren Traunstrand zu finden .... 

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