"Arrogante Dumpfbacken" - Wie ARD-Korrespondenten arbeiten

01.10.2014
Es gibt Blogeinträge, die lohnen sich wirklich zu lesen. Meist gegen Mitternacht geschrieben, von einem Herrn der - in der Regel - nichts falsch macht. Auch seine jüngsten Ausführungen - Der Ukraine-Konflikt in der Tagesschau - bestätigen dies. Da schreibt Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD-Aktuell, zum Beispiel über Korrespondenten, die unter "physisch und psychisch äußerst strapaziösen Bedingungen hervorragende Arbeit geleistet" haben. Die Wirklichkeit vor Ort sieht oft anders aus.

Denn Korrespondenten greifen üblicherweise auf die Arbeit sogenannter Fixer (Stringer) zurück. Das sind meist Ortskundige, die die Landessprache sprechen, unterwegs sind, auch mal mit der HD-Kamera ein paar Bilder drehen, Interviews führen. ARD-Korrespondenten machen diese Arbeit normalerweise nicht. Ihre Aufgabe besteht in der Einordnung des Geschehens, im Bewerten von Ereignissen. Ereignisse, die sie selten selbst erleben.



Es gibt unter Journalisten viele schöne Geschichten. Es sind Geschichten von Kollegen, die ARD-Korrespondenten vor Ort erlebt haben, mit ihnen zusammenarbeiteten. Da ist die Rede von einer 'Kollegin', die in Kiew das 'Hotel Ukraina' fast nur zum Einkauf verlässt. Für ihre Ausflüge in den nahen Supermarkt dann aber auch noch einen Medienpreis bekommt. Legendär auch 'unser Mann aus Tel Aviv'. Stocksteif, von der Dachterasse geschaltet. Obenauf statt mittendrin. Oder der vollmundige Brasilien-Erklärer. Als es während einer Besetzung am Maracana-Stadion in Rio de Janeiro mal etwas brenzlich wurde, war er weg. Auch sonst sah man in vor Ort fast nie. Einzelfälle? Vielleicht.

Dennoch darf man sich schon fragen: diese Leute wollen den Zuschauern die Welt erklären, fundierte Einschätzungen aus fremden Ländern geben? Kommt endlich aus euren Bunkern raus, verkauft die Zuschauer nicht für blöd. Denn die Kritik an der aktuellen Ukraine-Berichterstattung ist vor allem eines: das sich der 'GEZ-Trottel' dieses schlechte Handwerk auf Dauer nicht mehr bieten lassen will.

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Die gekaufte Republik - one by one

Eine (unvollständige) Zusammenstellung

29.09.2014
Mit Veränderungen in der Geschäftsleitung kündigt die Allianz Deutschland AG den Wechsel des ehemaligen Bundesgesundheitsminsiters Daniel Bahr (FDP) zum deutschen Versicherungskonzern an. reichstag2Bahr ist mittlerweile der dritte FDP-Minister der vergangenen Regierung, der in die Wirtschaft wechselt.

01.07.2014
Der ehemalige Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Dirk Niebel (FDP) wird Rüstungslobbyist. Das teilte das Unternehmen Rheinmetall auf seiner Webseite mit. Von 2009 bis 2013 war Niebel Minister im Kabinett von Angela Merkel.

02.01.2014
Der ehemalige Kanzleramtsminister Roland Pofalla (CDU) soll in den Vorstand der Deutschen Bahn wechseln. Das berichtet die Saarbrücker Zeitung mit Bezug auf Regierungskreise. Dort soll er ein eigens für ihn geschaffenes Ressort übernehmen. Vorstandsposten bei der Bahn werden - nach Medienberichten - in der Regel mit 1,3 bis 1,8 Millionen Euro jährlich vergütet. Als Kanzleramtsminister hatte Pofalla während der NSA/Snowden-Affäre politisch versagt. 

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Sport inside - Der Verfassungsschutz und die deutsche Fanszene

sport inside - 22.09.2014 - 22:45 Uhr - Enger Kontakt (Video on Demand)

Ein Film von Fred Kowasch und Ralf Meutgens

vs heimatschutz"Der deutsche Fußball ist bekannt für seine tolle Stimmung auf den Rängen. Doch auch Bilder von Pyrotechnik, Fangewalt und Polizei bestimmen seit Jahren das öffentliche Erscheinungsbild. Die Polizei hat in den Fankurven mehrerer Bundesländer V-Leute eingesetzt. Dass die Polizei mit nachrichtendienstlichen Methoden Informationen in der Fanszene sammelt, ist teilweise gesetzlich legitimiert.

Neu ist jedoch, dass sich nun auch hauptamtliche Mitarbeiter des Verfassungsschutzes für die deutsche Fußballfanszene interessieren. Dabei zählt dies nicht zu ihren Aufgaben. "sport inside" zeigt einen Film über Verfassungsschützer, die sich - unter Vorspiegelung falscher Tatsachen - das Vertrauen von Ultragruppen erschlichen haben. Die als Fanforscher versuchten, an mehreren Universitäten "anzudocken". Und für die sich nun auch parlamentarische Kontrollgremien des Bundestages interessieren." (Text WDR)

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Exklusiv: Auch ein zweiter Fanforscher ist VS-Mitarbeiter

masterarbeit 201124.09.2014
Auch ein zweiter Fanforscher, der jahrelang zum Thema Ultras recherchierte, arbeitet für den Geheimdienst. Das berichtet der Online-Nachrichtendienst interpool.tv mit Bezug auf das Hintergrundmagazin 'Sport inside' und eigene Recherchen. Bei dem Fanforscher handelt es sich um den Politikwissenschaftler Jannis Linkelmann. Linkelmann studierte an der Juristischen Fakultät der Ruhr Universität Bochum. Im Fachbereich Kriminologie und Polizeiwissenschaft schrieb er 2010/2011 seine Masterarbeit. Thema: "Analyse des Attraktivitätszuwachses der Nürnberger Ultra-Bewegung".

Zusammen mit dem Fanforscher Martin Thein - er wurde bereits vor einigen Monaten in dem Buch 'Heimatschutz' der Autoren Stefan Laabs und Stefan Aust als V-Mann-Führer des Bundesamtes für Verfassungsschutz in der rechtsradikalen Szene der 90er Jahre geoutet - gab Jannis Linkelmann Bücher zum Thema Ultras/Fußballfans heraus. Auch gründeten Sie die Internetplattform fankultur.com und initiierten ein Institut für Fankultur an der Universität Würzburg. Nach interpool.tv-Informationen arbeitet Linkelmann für das Bundesamt für den Verfassungsschutz in Köln. Diese Information geht auf mehrere - voneinander unabhängige - Quellen zurück.

Unterdessen hat sich auch die Bundestagsfraktion 'Die Linke' dem Vorgang angenommen. In einer Kleinen Anfrage vom 28. August wollte Sie Antworten auf die "Aktivitäten des Bundesamtes für Verfassungsschutz in Fußball-Fanszenen" haben (BT-Drucksache 18/2425). Die Antwort vom 12. September 2014 ist HIER zu lesen. 

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Im Kino: WHO AM I

Kurzweilig, Spannend, gute Musik. Ein Thiller aus der Welt der Hacker - zur Nachmachung ausdrücklich empfohlen. Ein Film für die traute Familie. Oder was davon übrig geblieben ist. Ein Thriller aus Deutschland. Ja, auch hier kann man spannend die Wirklichkeit erzählen. Ansehen! UNBEDINGT!!

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Berlin-Tipps

01.10. 18:00 Klunker Kranich: Joe Carrera (Beat, Funk)
band leipzig01.10. 19:00 Cortina Bob: The Fleshtones
01.10. 21:00 An einem Sonntag im August: Lost Harbours    
01.10. 21:00 Bei Ruth: Child Abuse, Brutal Blues, Batalj
01.10. 21:00 Monarch: Electric Ocean People    
01.10. 21:00 Magnet: Young Knives 22e abgesagt
01.10. 21:30 Kaffee Burger: Alexendra Gee, The Julia Fiebelkorn Project, Ben Drummer (Orgelinferno) 5e
01.10. 23:59 Watergate: Heidi, La Fleur, Pascal Hetzel (House)

02.10. 19:00 Astra: BerlinskiBeat, Berlin Boom Orchestra, Dirty Honkers, Robert Soko, The Carlsons (Balkanbeat) 22e
02.10. 19:00 K17: Lantlôs, Falloch,Thaw 18e
02.10. 19:00 Schokoladen: Petra und der Wolf, Danso Key
02.10. 19:30 Cassiopeia: Bombshell Rocks, Teenage Love Guns, The Uprising (Punk) 13e
02.10. 20:00 Lido: I Heart Sharks, MNRS, CHPLN (Berlin Independent Night) 25e
02.10. 20:00 Bi Nuu: Dear Reader, Junior, Suns of Thyme, U3000, Le Very, Tüsn  (Berlin Independent Night) 25e
02.10. 20:00 Comet: Yesterday Shop, Intergalactic Lovers, Kid Astray, Jacob Bellens, Jim Kroft, Petter Carlsen (Berlin Independent Night) 25e

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Graffiti: Sprayer und Scratcher (2002, 8 min)

Gegen 03:00 Uhr in der Nähe eines stillgelegten Bahnhofes in Berlin. Zwei Jugendliche, die Mützen tief im Gesicht, schleichen durch die Nacht. Sie haben Taschen mit Spraydosen bei sich. "Cans" wie sie in der Szenesprache heißen. Während der eine mit Hilfe einer kleinen Skizze die Umrisse eines Graffiti markiert, steht der andere Schmiere. Er paßt auf, dass niemand kommt, vor allem nicht die Polizei.

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Walls - now online, at october in cinemas

Von den Filmfestivals abgelehnt, im Internet der Hit. 8.000 Likes in einem Monat - unser Film 'Walls - a Photographer between the Lines' stößt vor allem im Ausland auf Interesse. Fakt ist: ab sofort könnt ihr ihn via VIDEO ON DEMAND ausleihen oder kaufen, am 10. Oktober um 19 Uhr findet die Preview in Leipzig statt. Im Kino auf dem Herbstsalon 2014, am 'Platz der Revolution'. So wie es sich gehört. Natürlich ist der Eintritt frei.

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AKTUELL: "Nationalsozialistischer Untergrund"

ZUM DOWNLOAD:
"Rechtsextremismus und Behördenhandeln" - Der Abschlußbericht des Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss (pdf - 9,44 mb)


21.08.2014
Es ist - unter kundigen Journalisten - schon länger mehr als eine Vermutung. Das Wirken des NSU im Untergrund geschah mit gezielter Unterstützung deutscher Sicherheitsbehörden. Zu diesem Schluß kommt nun auch ein parlamentarisches Kontrollgremium: Thüringer Untersuchungsausschuss prangert NSU-Ermittlungen an. Der "Verdacht gezielter Sabotage oder des bewussten Hintertreibens des Auffindens der Flüchtigen" liege nahe, so zitiert die dpa vorab aus dem Bericht. Heute ist das 1800 Seiten umfassende Werk der Öffentlichkeit vorgelegt worden, am Freitag soll es im Thüringer Landtag diskutiert werden.Trio-Urlaub-04-II  700x340,property=poster

07.08.2014
Das "größtmögliche Unglück" ist nicht etwa ein Mord, sondern dass ein V-Mann des Inlandsgeheimdienstes 'auffliegen' könnte. Verfassungsschutz soll Arbeit der Polizei behindert haben - ein paar Details zu den seltsamen Vorgängen in Kassel. Die deutlich zeigen, wer hier wem etwas zu sagen hatte. 

Tod des V-Mann "Corelli", die Verbindungen des Spitzels "Tarif", der Polizeiführer von Michele Kiesewetter ein Klu-Klux-Klan-Mitglied. Die Merkwürdigkeiten häufen sich. Im Namen der Vertuschung - warum ein weiterer Untersuchungsausschuss des Bundestags in Sachen NSU not tut.

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Rechtradikale im Visier - Aus dem Alltag eines Spezialkommandos (1999, 30 min)

Ein halbes Jahr lang war 1999 interpool.tv mit Polizeikommissar Friedel Gromotka, Spitzname "Grobi", und Polizeiobermeister Axel Markus, unter Kollegen nur "Klumpen" gerufen, auf Streife. Rechtsradikale im Visier - eine 30 Minuten lange Reportage aus dem oft gefährlichen Arbeitsalltag von Deutschlands ältester Spezialeinheit gegen Rechts.



Neben Informationen in die Arbeit eines Mobilen Einsatzkommandos (MEK) gewährt dieser Film erstmals auch Einblicke in die Arbeit des Berliner Landeskriminalamtes. Zu einer Zeit, als sich die Ermittler durchaus bewusst waren, dass sich Teile der Rechtsextremen auch bewaffnen würden. Vor dem Hintergrund des Aufliegens des rechtsterroristischen Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) im November 2011 ist dieser Film von aktueller Bedeutung.

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Schrippenmutti - Unterwegs in Berlins Nächten (2004, 30 min)

Jede Donnerstag das gleiche Schauspiel. Angestrengt versucht sich Inge Schulze einen Weg durch die Menschenmassen in der Neuköllner Szenenkneipe "Ankerklause" zu bahnen. Doch der Laden ist kurz nach Mitternacht viel zu voll. Für die 64-Jährige mit ihrem silbernen Tablett und den selbst geschmierten Brötchen drauf, gibt es kein Durchkommen. "Dann komm ich eben später wieder", sagt Inge Schulze, die alle hier nur liebevoll "Schrippenmutti" nennen.

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