'walls, the usa part' - Entlang der Grenze zwischen den USA und Mexiko

Am Mittwoch verkündete 'president-elect' Donald Trump in einer aufsehen erregenden Pressekonferenz, dass er keinen Zaun, sondern eine Mauer bauen will. Zwischen Mexiko und den USA. Dieses Thema wird seine Amtszeit mitbestimmen. Die Frage ist: wie sieht es dort - vor Ort - eigentlich aus? interpool.tv ist im Frühjahr 2011 einen Teil dieser Grenze (vom Westen, dort wo der Zaun ins Meer läuft bis nach Nogales in Arizona) abgefahren. Zusammen mit dem international bekannten Fotografen Kai Wiedenhöfer. Über dessen Arbeit wir einen Dokumentarfilm gedreht haben. 'walls, the usa part' ist ein längerer Ausschnitt unserer andertalbstündigen Dokumentation 'walls - a photographer between the lines'.

Der 'Fall Andrej Holm' - Aktenfunde belegen: er musste wissen, was er tat

von Fred Kowasch

11.01.2017
Es ist in diesen Tagen 25 Jahre her, da wurden die Stasi-Akten geöffnet. Da erhielten die Menschen, die in der DDR bespitzelt wurden, die Möglichkeit zu sehen: wer hat mich verpfiffen? Warum habe ich diesen Studienplatz nicht bekommen?? Weshalb war diese attraktive 'Lady' immer so interessiert an mir?!

BStU Holm 2Die Öffnung der Akten für alle - eine der zentralen Forderungen der (ost)deutschen Revolutionäre aus dem Herbst '89. Sie ist ohne Beispiel in der jüngeren Geschichte. Und sie sorgt bis heute noch, für - teils heftig geführte - Diskussionen.

Eine konnte man am 6. Januar in einer Volkshochschulaula im Prenzlauer Berg besichtigen. Der Andrang war so groß, dass nicht alle reinkamen. Boxen mussten vor dem Saal aufgestellt werden, um die Empörten - zumindest ein wenig - zu beruhigen.

Es ging um den 'Fall Andrej Holm'. Ein 46jähriger, dessen Berufung zum Berliner Staatssekretär Wohnen, der neuen Rot-Rot-Grünen Koalition die erste Zerreißprobe beschert. Es ging um seine Stasi-Vergangenheit und seinen späteren Umgang damit. 

Holm argumentiert, ihm sei nicht bewußt gewesen, dass er sich damals für eine Hauptamtliche Mitarbeit beim Ministerium für Staatssicherheit (MfS) beworben hätte. Da sprechen zumindest seine Akten - herausgegeben vom Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) - eine andere Sprache. Demnach war ihm durchaus bewusst auf wen - und auf was - er sich da einlässt. Und: Holm war zu diesem Zeitpunkt volljährig. Wer sich selbst ein Bild bilden möchte: die Robert-Havemann-Gesellschaft hat die BStU-Unterlagen zur Ansicht ins Netz gestellt

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Sport inside: Ein Haufen Merkwürdigkeiten (Online-Video, 11.12.2016)

fancy bearsSport inside - 11.12.2016 - 22:15 Uhr - WDR

Mit der Veröffentlichung von TUE’s - durch Hacker von 'Fancy Bears' im Internet - ist die Praxis der medizinischen Ausnahmegenehmigungen für Spitzensportler in die Kritik geraten.

Im Fokus: Olympiasieger im Tennis und im Turnen, Weltmeister in der Leichtathletik, Tour de France-Gewinner. 

Die veröffentlichten Dokumente zeigen: TUE’s werden inflationär ausgestellt, intransparent gehandhabt und gelten als medizinisch fragwürdig. Mit ihnen verbindet sich auch - zumindest im Profiradsport - eine jahrzehntelange Dopinggeschichte.

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"Das Jahr das uns die Freiheit nahm" - Ein Silvesterabend am Kölner Dom

von Fred Kowasch, Köln

Silvester 2016 vor dem Kölner Dom. Kurz nach Beginn der Lichtinstallation liegen plötzlich Zettel auf dem Steinfußboden. "Danke Merkel" und "Das Jahr dass uns die Freiheit nahm". Die umherstehenden Polizisten sind ratlos. Sie warten auf Anweisungen. Zunächst ist kein Funkverkehr möglich. Dann sammeln ein paar Eifrige die Zettel auf. Ein Polizist bedankt sich für die "Beweismittel". Eine halbe Stunde später ist der Platz fast menschenleer. Wo vorher noch Besucher mit bunter Kreide Schriftzüge auf dem Boden malten, ziehen jetzt Polizeimotoräder einsam ihre Kreise. Im Dom läuft der letzte Gottes- dienst des Jahres. Kölns neuer Polizeipräsident hat kurz vorher RTL noch ein Interview gegeben. Danach begleitet er die Oberbürgermeisterin zur Andacht.silvester 2016

Silvester 2016 am Kölner Dom. Ein Jahr nach den sexuellen Übergriffen überwiegend von Migranten und Asylbewerbern. Ein Ereignis, bei dem der Staat versagte. Diesmal ist er präsent. Mit Sperrgittern, Einlasskontrollen, Pyroverbot und Dutzenden Polizeistreifen. Der Platz vor dem Hauptbahnhof ist hell ausgeleuchtet, wird mit modernen Kameras überwacht. Gegen halb acht treffen sich dort ein paar arabisch aussehende Jugendliche. Sie begrüßen sich wie 'alte Bekannte'. Daneben protestiert eine Gruppe mit einem Transparent gegen die Abschiebung nach Afghanistan. Kaum einer bleibt stehen. Fast niemand fotografiert. Verteilt stehen Einsatzbullis, Zivilbeamte und Gruppen an Polizisten. Der Kreis 'alter Bekannter' macht sich unterdessen mit seinen Silvesterraketen auf den Weg. Ich auch. Was soll hier heute noch passieren?!

Wie man sich irren kann. Kurz vor Mitternacht versammeln sich am Kölner Hauptbahnhof - laut Polizei - etwa 1000 Menschen aus dem nordafrikanischen Bereich. Sie sollen sich via Handys verabredet haben. Die Beamten kontrollieren 650 von ihnen, sprechen 190 Platzverweise aus.

(update, 13.01.2017)
Nach Angaben der Kölner Polizei konnten bei 425 der kontrollierten Personen die Nationalität festgestellt werden. Unter Ihnen waren 99 Iraker, 94 Syrer, 48 Afghanen und 46 Deutsche. 17 waren Marokkaner und 13 Algerier.

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"Danke Merkel": You-Tube Kommentare zu unserem Silvestervideo am Kölner Dom

Bix Beiderbecke vor 1 Tag
Bei 0:36 werden die Zettel aufgehoben. Wenn Raketen abgeschossen werden macht es mehr Dreck aber um den kümmert sich keiner, oder erst am Neujahrstag. Also am Reinlichkeitssinn kann's ja wohl nicht liegen? Kann mich wer aufklären?

interpool.tv vor 1 Tag
Auf den Vorgang angesprochen, meinte ein Polizeisprecher: dies wäre wohl eine Aktion von "rechtem Gesocks". Er konnte aber auch nicht sagen, was diese Sache denn nun so gefährlich macht ....



Petcar vor 1 Tag
Wenigsten noch ein paar Leute im Westen, die klar denken können. Danke für das Video. Aber wieder typisch. Polizei und Linksvertrahlte die die offene Meinungsäusserung schnell verschwinden lassen.

Bona Fide vor 3 Tagen
Super Aktion für die über 1.000 Frauen, welche zum Opfer und somit zu Geschädigten der Kölner Vorfälle wurden, denn nur totschweigen und eine Lichtershow als Ablenkungsmanöver zu veranstalten, schädigt sie noch mehr! ""DANKE", den vielen mutigen, jungen Frauen!

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Berlin-Tipps

berlin bei nacht
16.01. 19:30 Schokoladen: Dear Deer, The Wheal (Postpunk/Industrial/No Wave) 8e
16.01. 20.00 Roter Salon: Joachim Roedelius & Arnold Kasar (Elektronik, Ambient, Experimental) 23e
16.01. 20:30 Badehaus Szimpla: The Rural Alberta Advantage, Xavier Darcy (Folkrock) 20e
16.01. 21:30 Madame Claude: Trevor Lee Larson, Samuel Hertz

17.01. 20:00 Admiralspalast: José González & The String Theory (Sing-Song) 29e
17.01. 20:00 Berghain / Kantine: Pierce Warnecke, Frédéric Acquaviva, Sven-Åke Johansson, Oliver August (Exp., Electro) 13e 
17.01. 20:00 Columbia Theater: St. Paul & The Broken Bones 26e
17.01. 20:30 Cassiopeia: Hotel Books, Convictions  (Metalcore, Postrock) 15e
17.01. 21:00 Gretchen: Makaya McCraven (Jazz, World Music) 22e
17.01. 21:00 Greenhouse: Grimény
17.01. 21:00 Grüner Salon: Värttinä (Folk) 24e
17.01. 21:00 Urban Spree: Giardini di Mirò 10e
17.01. 21:30 Madame Claude: Autumn Valley, Drunk At Your Wedding
17.01. 23:00 St. Georg: Nico Adomako, Darq E Freaker, Aux God

18.01. 18:00 Astra: Suicidal Tendencies, Agnostic Front, Municipal Waste, Walls Of Jericho, Down To Nothing, Burn, Mizery (HC) 35e
18.01. 19:30 Schokoladen: Doc Schoko, La Tourette, Zeitgenossen (Indierock, Pop) 7e
18.01. 20:00 Bassy: Brunhilde (Rock) 8e
18.01. 20:00 Cassiopeia: Astronautalis (Hip Hop) 17e
18.01. 20:00 HAU 1: Dakh Daughters
18.01. 20:00 Privatclub: Luke Elliot (Folk) 19e
18.01. 20:30 Berghain / Kantine: Kevin Devine & The Goddamn Band 18e 
18.01. 20:30 Fluxbau: Be Charlotte, Egil Olsen (Sing Song)
18.01. 21:00 Ä: Lucas Laufen
18.01. 21:00 Grüner Salon: Fayzen  (Rap) 20e
18.01. 22.00 Wild At Heart: Mother Of Exile (Rock) 0e
18.01. 23:59 Watergate: Bruno Pronsato, Andrew James Gustav, Max Alban & Lion Bakman

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Open Air Festivals 2017 - Ein Überblick

16./17.Juni 
Kosmonaut - Stausee Rabenstein/ Chemnitz
rockfestival glienkosmonaut-festival.de
(Editors, Deichkind, Terrorgruppe)

23./24.Juni
This Is Ska - Wasserburg Roßlau/ Dessau
this-is-ska.de

30. Juni/1./2.Juli 
Summerjam - Fühlinger See, Köln
summerjam.de
(The Skatalites, Alpha Blondy, Sido)

6./7./8./9.Juli 
Feel Festival - Bergheider See /Finsterwalde
feel-festival.de

6./7./8./9.Juli 
Splash - Ferropolis, Gräfenhainichen
www.splash-festival.de

13./14./15.Juli
Back To Future - Glaubitz/Riesa
back-to-future.com
(Oxo 86, The Adicts, Toxoplasma)

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Toribío in Kolumbien: Ein Ort zwischen allen Fronten

Toribío war der meist umkämpfte Ort im kolumbianischen Bürgerkrieg. Er überlebte, weil seine Bewohner eine Bürgerwache aufstellten. Nur mit Holzstöcken ausgerüstet, wehrten sie sich gegen die Armee und die Guerilla. Nun steht Kolumbien kurz vor einem Friedensschluss. Aber nach Frieden fühlt es sich in Toribío noch immer nicht an.

Toribío Polizisten in Toribío, Foto Lichterbeck (1)Von Philipp Lichterbeck, Toribío

Gabriel Pavi hat wieder eine Morddrohung erhalten. „Fette Ratte“ und „dreifacher Hurensohn“ wird er in dem Schreiben genannt. „Dein Leben ist in unseren Händen!“ Unterzeichnet ist die Drohung von den Aguilas Negras – Schwarze Adler. So nennt sich eine rechte paramilitärische Organisation, die im Auftrag von Großgrundbesitzern agiert und in Kolumbien für ihre Brutalität berüchtigt ist. Rund 70 Menschen haben Gruppen wie die Aguilas Negras in diesem Jahr in Kolumbien schon umgebracht. Die Opfer: Menschenrechtler, Umweltaktivisten, Bauernführer. Menschen wie Gabriel Pavi.

Pavi heftet das Schreiben zu den anderen Morddrohungen, die dieses Jahr im Sitz der indigenen Selbstverwaltung im kolumbianischen Bergdorf Toribío eingetroffen sind. Zwei stammen von den Aguilas Negras, die vor der Besetzung von Zuckerrohrplantage warnen. Eine andere, per Hand verfasste Drohung kommt von Anhängern der linken Farc-Guerilla. Sie besagt, dass am Dorfplatz Explosivstoffe in die Luft fliegen könnten – warum wird nicht ganz klar. Ein weiteres Schreiben stammt von der „Sechsten Front“ der Farc-Guerilla selbst. Eine Kollegin von Pavi wird darin zum „militärischen Ziel“ erklärt, weil sie mit dem Staat kooperiere.

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