Hooligans in Deutschland

Es ist eine Szene, in die keiner so leicht hinein kommt.

lok chemie2"Ich bin verrückt, mit Sicherheit bin ich krank, aber ich brauche diesen Kick!". Mit diesem Kick meint Frank L. den Fight mit anderen Hooligans. "Die Vorabsprachen erfolgen per Mail aus einem Internet-Cafe heraus. Man muß bloss schauen, daß es dort keine Kamera gibt. Handys und der eigene Internetanschluß werden überwacht. Da muß man andere Wege finden". Mit rund 50 Leute machen sie sich auf den Weg, alle unabhängig voneinander. Den konkreten Treffpunkt erfährt man dann irgendwie unterwegs.

Wenig später ist es soweit. Die Hände werden bandagiert, der Mundschutz eingeschoben. "Einige pfeiffen sich noch etwas ein. Es ist der komplette Wahnsinn! Du bist so voll mit Adrenalin, wenn du sie gegenüber am Waldrand siehst. Und du hast Angst. Viel Angst. Wenn du sie nicht hättest, würde irgend etwas fehlen"!

Weiterlesen

 Drucken  E-Mail

Hooligans: Festspiele am Rhein. Oder Eigentor?

von Fred Kowasch

29.10.2014
Es dauerte nur ein paar Augenblicke: ZACK, dann kippte der Polizeibus um. Auch ein anderes Einsatzfahrzeug wackelte schon bedenklich, dann wurde es der Polizei zu bunt. "Wir waren absolut überrascht von dem Ansturm. Es herrschte das reinste Chaos", sagt ein (anonymer) Polizist gegenüber dem WDR. Und: "Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger war (...) zu keinem Zeitpunkt wirklich gewährleistet." Klare Worte, die Konsequenzen haben müssen. Mit 1.300 Polizisten, gegen 5.000 Holligans einen Stich sehen zu wollen, ist mehr als nur naiv. Es dürfte für die Kölner Einsatzleitung keine Neuigkeit gewesen sein, dass Hooligans im Nahkampf gut trainiert sind, es in der Regel mit zwei Polizisten aufnehmen können.



Nun ist das Gezetere groß. Selbsternannte Experten, die sich bei solchen Gelegenheiten die Klinke in die Hand geben, haben Konjunktur. 'Journalisten', die vom Thema keine Ahnung haben, berichten - die sportschau verschweigt es ganz. Hat mit Fußball ja nichts zu tun. "Zurück zum Sport", wie bei solchen Fällen immer gern formuliert wird. Hooligans sind Teil des Fußballes. Und das schon jahrzehntelang. Sie hatten sich nur aus den Stadien zurückgezogen, waren aber nie ganz weg. Bei deutschen Länderspielen in Prag und Wien waren sie aber immer noch in Aktion. 

Weiterlesen

 Drucken  E-Mail

Krautreporter und Correct!v: Nach den Perlen muss man suchen

von Fred Kowasch

24.10.2014
Neuen journalistischen Angeboten muß man - erst einmal - seine Sympathie entgegen bringen. Vor allem, wenn man selbst die Qualität der Berichterstattung in den Zeitungen, Zeitschriften und dem Öffentlich-Rechtlichem Fernsehen beklagt. Nun sind mit correctiv und Krautreporter zwei neue Medien im Internet an den Start gegangen. Die Erwartungen waren (und sind) hoch, nicht zuletzt weil die Macher im Vorfeld in eigener Sache vollmundig 'getrommelt' haben. Das was sie nun liefern, ist - zumindest in einem Fall - eine Enttäuschung.

Vor allem die Internetplattform 'Krautreporter' wartet mit ziemlich abgehangenen Stories auf. Zum Auftakt gibt es eine wirre - und unendlos lange - Geschichte eines Medienkritikers, der einen anderen Medienkritiker kritisiert, weil er ihn offenbar nicht leiden kann. Dann erfährt der Leser etwas aus dem Leben einer Buchhandelsvertreterin, die gleichzeitig auch noch Bestsellerautorin ist. So what? Die einzige Sport-Geschichte der neuen Plattform ist über ein Jahr alt. Sie wurde im Rahmen eines anderen bezahlten Projektes der 'Krautreporter' schon einmal verwurstet.

Allenfalls die Auslandsreportage über das Leben in Gaza und das Interview mit einem Ebola-Helfer sind es wert, gelesen zu werden. Wer noch nicht genug vom Stasi-Beauftragen Roland Jahn hat, dem sei das Interview mit Thilo Jung empfohlen. Dort führt er den BStU-Chef als Stütze des deutschen Überwachungsstaates vor. Das Interview findet sich auch auf der youtube-Seite des Fragestellers. Wozu braucht es dann eigentlich noch 'Krautreporter'?! Das via Crowdfunding überwiesene Geld ist das Projekt (bisher) nicht wert.

Bei correctiv arbeitet man etwas stiller. Und wirksamer. Eine wirkliche Bereicherung ist die Geschichte über die Verwendung von Strafgelder in Gerichtsverfahren. Nach die Story über eine Bayerische Ex-Richterin und ihren Verein - an den die Gelder der Kollegen fließen - müßten sich eigentlich alle politischen Magazine die Finger 'lecken'. Die dazu angebotene Datenbank bringt für den Leser einen erheblichen Mehrgewinn. Sehr positiv ist auch, dass man die Story in die eigene Webseite einbauen kann.

Generell scheinen einige interessante Projekte - wie die Recherche zu den Sparkassen - in Arbeit. Noch ist der redaktionelle Output bei correctiv allerdings gering. Was nicht ist, kann ja noch werden. Das gilt auch für 'Krautreporter', auf deren erste wirklich exklusive Geschichte ich immer noch mit Spannung warte.

In eigener Sache: Mehrfach habe ich für 'Krautreporter' gespendet. Auch correctiv unterstütze ich finanziell.

 Drucken  E-Mail

Berlin-Tipps

band 231.10. 20:00 Yaam: Groundation, Rebelution (Reggae) 25e   
31.10. 21:00 Cortina Bob: Sewergrooves, Antares (Rock’n’Roll, Soul)
31.10. 21:00 Das Hotel: Rusconi (Jazz, Rock) 15e
31.10. 21:00 Lido: Locomondo (Reggae, Ska, Latin, Greek) 27e
31.10. 22:00 Supamolly: Eatus Fetus (Punkrock Opera)
31.10. 22:00 Urban Spree: Die Selektion, Alles, Qual, 77tm, Monowelt (Darkwave, Goth)
31.10. 22:00 Wild At Heart: Astro Zombies,  Rasp Thorne & The Priars (Psychobilly, Rock)
31.10. 23:59 Watergate: Mathias Kaden, Avatism, Alex Smoke, Anonym, Baikal, DeWalta, Sons Of Tiki (Techno, House)

01.11. 20:00 Badehaus Szimpla: Von Wegen Lisbeth (Indietronic)
01.11. 20:00 Bang Bang Club: L`Aupaire (Sing Song) 14e
01.11. 20:00 Yaam: Jah Cure & Band (Reggae)
01.11. 21:00 Cortina Bob: Dirt Box Disco, 667
01.11. 21:00 Heimathafen Neukölln: Kieran Goss (Sing Song)
01.11. 21:00 Kesselhaus: Deaf Kat Night, Liquit Walker, Yansn
01.11. 21:00 Potse: Silpha & The Corpsebones, ImmaNochNich, Überdosis 0e

Weiterlesen

 Drucken  E-Mail

AKTUELL: "Nationalsozialistischer Untergrund"

22.10.2014
Zwischen Blamage und Aufklärung - Untersuchungsausschuss in Baden-Würtemberg soll kommen. Wird Zeit.

15.10.2014
V-Mann 'Tarif' - ja, das ist der dessen Akten vom Bundesamt für Verfassungsschutz geschreddert wurden - hat seine Erinnerungen zu Papier gebracht. Trio-Urlaub-04-II  700x340,property=posterIn Der V-Mann, die Wahrheit und der Tod geht es um ein Gespräch im Frühjahr 1998, dass 'Tarif' mit seinem V-Mann-Führer führte. Und bei dem er ihm Hinweise zum Aufenthalt von Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe gab.

21.08.2014
Es ist - unter kundigen Journalisten - schon länger mehr als eine Vermutung. Das Wirken des NSU im Untergrund geschah mit gezielter Unterstützung deutscher Sicherheitsbehörden. Zu diesem Schluß kommt nun auch ein parlamentarisches Kontrollgremium: Thüringer Untersuchungsausschuss prangert NSU-Ermittlungen an. Der "Verdacht gezielter Sabotage oder des bewussten Hintertreibens des Auffindens der Flüchtigen" liege nahe, so zitiert die dpa vorab aus dem Bericht. Heute ist das 1800 Seiten umfassende Werk der Öffentlichkeit vorgelegt worden, am Freitag soll es im Thüringer Landtag diskutiert werden.

ZUM DOWNLOAD:

Weiterlesen

 Drucken  E-Mail

Rechtradikale im Visier - Aus dem Alltag eines Spezialkommandos (1999, 30 min)

Ein halbes Jahr lang war 1999 interpool.tv mit Polizeikommissar Friedel Gromotka, Spitzname "Grobi", und Polizeiobermeister Axel Markus, unter Kollegen nur "Klumpen" gerufen, auf Streife. Rechtsradikale im Visier - eine 30 Minuten lange Reportage aus dem oft gefährlichen Arbeitsalltag von Deutschlands ältester Spezialeinheit gegen Rechts.



Neben Informationen in die Arbeit eines Mobilen Einsatzkommandos (MEK) gewährt dieser Film erstmals auch Einblicke in die Arbeit des Berliner Landeskriminalamtes. Zu einer Zeit, als sich die Ermittler durchaus bewusst waren, dass sich Teile der Rechtsextremen auch bewaffnen würden. Vor dem Hintergrund des Aufliegens des rechtsterroristischen Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) im November 2011 ist dieser Film von aktueller Bedeutung.

 Drucken  E-Mail

"Walls" - Erfolgreiche Preview, als 'Video on Demand' im Internet verfügbar

Ein guter Freund brachte es am Rand der Preview in Leipzig auf den Punkt. "Die werden Deinen Film niemals zeigen". Er meinte damit die Szenen, in denen die Mauer in Israel thematisiert wird. Immerhin: 20 Leute waren in Leipzig gekommen, um sich den Film auf dem Herbstsalon 2014 in einem Freilichtkino anzusehen. Es gab Applaus und ungläubiges Staunen, dass sich - im Jubiläumsjahr des Mauerfalls - kein Festival für diesen Film über die Mauern auf der Welt interessiert.



Im Internet ist das anders. 8.000 Likes in einem Monat - unser Film 'Walls - a Photographer between the Lines' stößt vor allem im Ausland auf Interesse. Fakt ist: ab sofort könnt ihr ihn via VIDEO ON DEMAND ausleihen oder kaufen. Über neue Kinoaufführungen halten wir euch an dieser Stelle auf dem Laufenden.

 Drucken  E-Mail

Sport inside - Der Verfassungsschutz und die deutsche Fanszene

sport inside - 22.09.2014 - 22:45 Uhr - Enger Kontakt (Video on Demand)

Ein Film von Fred Kowasch und Ralf Meutgens

vs heimatschutz"Der deutsche Fußball ist bekannt für seine tolle Stimmung auf den Rängen. Doch auch Bilder von Pyrotechnik, Fangewalt und Polizei bestimmen seit Jahren das öffentliche Erscheinungsbild. Die Polizei hat in den Fankurven mehrerer Bundesländer V-Leute eingesetzt. Dass die Polizei mit nachrichtendienstlichen Methoden Informationen in der Fanszene sammelt, ist teilweise gesetzlich legitimiert.

Neu ist jedoch, dass sich nun auch hauptamtliche Mitarbeiter des Verfassungsschutzes für die deutsche Fußballfanszene interessieren. Dabei zählt dies nicht zu ihren Aufgaben. "sport inside" zeigt einen Film über Verfassungsschützer, die sich - unter Vorspiegelung falscher Tatsachen - das Vertrauen von Ultragruppen erschlichen haben. Die als Fanforscher versuchten, an mehreren Universitäten "anzudocken". Und für die sich nun auch parlamentarische Kontrollgremien des Bundestages interessieren." (Text WDR)

 Drucken  E-Mail

Exklusiv: Auch ein zweiter Fanforscher ist VS-Mitarbeiter

masterarbeit 201124.09.2014
Auch ein zweiter Fanforscher, der jahrelang zum Thema Ultras recherchierte, arbeitet für den Geheimdienst. Das berichtet der Online-Nachrichtendienst interpool.tv mit Bezug auf das Hintergrundmagazin 'Sport inside' und eigene Recherchen. Bei dem Fanforscher handelt es sich um den Politikwissenschaftler Jannis Linkelmann. Linkelmann studierte an der Juristischen Fakultät der Ruhr Universität Bochum. Im Fachbereich Kriminologie und Polizeiwissenschaft schrieb er 2010/2011 seine Masterarbeit. Thema: "Analyse des Attraktivitätszuwachses der Nürnberger Ultra-Bewegung".

Zusammen mit dem Fanforscher Martin Thein - er wurde bereits vor einigen Monaten in dem Buch 'Heimatschutz' der Autoren Stefan Laabs und Stefan Aust als V-Mann-Führer des Bundesamtes für Verfassungsschutz in der rechtsradikalen Szene der 90er Jahre geoutet - gab Jannis Linkelmann Bücher zum Thema Ultras/Fußballfans heraus. Auch gründeten Sie die Internetplattform fankultur.com und initiierten ein Institut für Fankultur an der Universität Würzburg. Nach interpool.tv-Informationen arbeitet Linkelmann für das Bundesamt für den Verfassungsschutz in Köln. Diese Information geht auf mehrere - voneinander unabhängige - Quellen zurück.

Unterdessen hat sich auch die Bundestagsfraktion 'Die Linke' dem Vorgang angenommen. In einer Kleinen Anfrage vom 28. August wollte Sie Antworten auf die "Aktivitäten des Bundesamtes für Verfassungsschutz in Fußball-Fanszenen" haben (BT-Drucksache 18/2425). Die Antwort vom 12. September 2014 ist HIER zu lesen. 

 Drucken  E-Mail