Zeitgeschichte: Vor 30 Jahren - Erste Kundgebung des 'Neuen Forum' in Leipzig (18. November 1989)

von Fred Kowasch

Der 18. November 1989. Zum ersten Mal nach meiner Ausreise (im März des Jahres) wieder in die DDR gekommen. Die erste Kundgebung des 'Neuen Forums' in meiner Heimatstadt wollte ich mir nicht entgehen lassen. Wow - fast 20.000 sind gekommen. Treffe viele Freunde aus der Bürgerrechtsbewegung, die an diesem Tag aber kaum Zeit für mich haben. Lausche Reden von Leuten, mit denen ich einst in dunklen Küchen diskutierte. Am Meisten hat mich damals die Rede der Philosphin Inge Berndt berührt. Am Rande - und zum Schluß - ein Sprechchor: "Deutschland, einig Vaterland!" Dieser wird mit heftigen Pfiffen quittiert. Am Abend dann: ab in meine einstige Bar, deren Mobiliar inzwischen in den Osten der Stadt gewandet ist. Party bis zum Morgengrauen ....
Leipzig1 17111989Ordner des 'Neuen Forum' vor dem Leipziger Georgi-Dimitroff-Museum
Leipzig2 17111989Mehr als 15.000 Menschen sind zur ersten Kundgebung des 'Neuen Forum' zusammengekommen
Photos: Fred Kowasch - All Rights Reserved

'Dirt' Mc Comber - Last of the Mohicans (Dokumentarfilm, arte, 50 min)

"Wenn dass nichts für Dich ist, dann gehst Du lieber nach Hause und holst Deinen pinkfarbenen Rock aus dem Schrank. Dass hier ist Männersache."

'Dirt' Mc Comber ist Indianer. Mit seiner Frau und den fünf Kindern lebt er in einem Reservat in der Nähe von Montreal. Er jagt, fisht, fällt Bäume, ist Trainer und Verkäufer. Ein scheinbar immer unter Strom stehendes Energiebündel. 'Pussies' kann er überhaupt nicht ab. Dämliche Sprüche auch nicht. Da knallt es schon mal. Der - ungemein dichte - Dokumentarfilm zeigt, wie er sich durchs Leben schlägt. Rückschläge wegsteckt, nie aufgibt. Die Sache selbst in die Hand nimmt, sich um Vorschriften nicht schert. Mit kleiner HD-Kamera gedreht, rasant geschnitten. Ein rastloses Roadmovie, bei dem sich jede Minute Film lohnt. Nur noch bis 19. November in der arte-Mediathek.

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Berlin-Tipps

berlin bei nacht
18.11. 17.30 SO36: Crystal Lake, In Hearts Wake, Polar, Jake Hill/Josh A, Our Hollow Our Home, Alpha Wolf, Great American Ghost (Hardcore, Metal) 32e
18.11. 20.00 Auster Club: Dekker (Folk) 15e
18.11. 20.00 Bi Nuu: Giggs (HipHop)
18.11. 20.00 Musik & Frieden, Schwarzes Zimmer: James Barker Band, Julia Cole (Country) 27e
18.11. 21.00 Heimathafen Neukölln: Comet is Coming (Experimental Jazz, Rock) 26e


19.11. 20.00 Musik & Frieden, Blaues Zimmer: Joy Crookes (Soul, Trip-Hop)
19.11. 20.00 SO36: Lagwagon, Satanic Surfers (Melodycore, Empfehlung) 29e
19.11. 20.30 Gretchen: Shake Stew (Afrobeats, Jazz)
19.11. 20.30 Lido: Idris Ackamoor & The Pyramids (Jazz) 26e
19.11. 20.30 Musik & Frieden, Schwarzes Zimmer: Mat Kearney (EDM )
19.11. 21.00 Loophole: Jagannatha (Rock)
19.11. 21.00 Madame Claude: The Night Gardener, Lotta St Joan (Alternative Folk)
19.11. 22.00 Quasimodo: Dirty Dozen Brass Band (Jazz, Funk, Brass) 25e

20.11. 19.00 Columbiahalle: Alter Bridge, Shinedown, The Raven Age (Alternative Rock)
20.11. 19:30 Schokoladen: The Transcontinental Ronley Teper (Indierock)
20.11. 20.00 Frannz: Marius Bear (Soul, Blues)
20.11. 20.00 Gretchen: Hannah Williams & The Affirmations (HipHop, Reggae) 18e
20.11. 22.00 Wild At Heart: Lunatics (Alternative Rock) 0e
20.11. 23.59 Grießmühle: Blue Hour, Karschau, Nostitz (Techno, House)
20.11. 23.59 Watergate: Einmusik, Jonas Saalbach, Budakid, Philipp Kempnich (Techno, House)

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Sky, DAZN, Magenta.sport, Netflix, Amazon Prime, Apple.tv+, Disney+, Hulu - Hilfe!!

Jüngst nach einem Waldspaziergang mit Freunden: "was für Medien habt ihr abonniert"? Der eine nutzt was noch frei zu lesen ist, zahlt aber nicht. Der andere hat ein Abo bei der NZZ, nutzt und spendet für 'Tichys Einblick'. Und ich? Magenta.sport - weil 'mein' Verein gerade in der 3. Liga spielt. DAZN (das Abo läuft aus). Wegen der EM-Qualifikation. Netflix? Schon lange gekündigt. Amazon Prime? Nein, wird mir zu viel. Gibt ja noch die Mediatheken von arte, 3sat, ARD und ZDF. Und ja, manchmal noch 'Die Zeit' und den 'Spiegel'. Gratis von Bekannten übermittelt. Die - politischen - 'Blätter' im Abo. Auch gerade erst gekündigt. Viele Artikel gib es dort, kurze Zeit nach Print-Erscheinen online eh umsonst. Und jetzt noch Apple.TV+, Disney+, Hulu??? .... HILFE!!

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Dokumente: Der Rechnungsprüfbericht der Stadt Düsseldorf zum Grand Départ

7,8 Millionen Euro Miese. 7,8 Millionen Euro an Steuergeld. Für ein Radsportspektakel in der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen. Für den Profit eines privaten französischen Sportveranstalters. Wer in dem vertraulichen 'Bericht über die Prüfung der finanziellen Abwicklung des Grand Départ' der Stadt Düsseldorf vom 2. Juli 2018 blättert, reibt sich verwundert die Augen ....  

Allein 4,5 Millionen Euro zahlte die Stadt Düsseldorf dem französischen Veranstalter 'Amauri Sport Organisation' (A.S.O.) an Lizenzkosten für den Auftakt der Tour de France 2017. Hinzu kam eine halbe Million Euro für das Recht "die Hospitality-Aktionen zu entwickeln und zu vermarkten ....". Und, und, und. Der 31seitige Bericht des Rechnungsprüfamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat es in sich. Aus ihm werden wir - im Interesse der Öffentlichkeit - in den nächsten Tagen weitere Auszüge veröffentlichen. 

rechnungsprüfungsbericht duesseldorf 2018 1

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Grand Depart 2017: Ein Sport-Journalist verklagt die Stadt Düsseldorf

AKTUELL: Verwaltungsgericht - Stadt Düsseldorf muss Tour-de-France-Vertrag offenlegen

21.10.2019
Der freie Sport-Journalist Ralf Meutgens hat - mit Hilfe des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV) - die Stadt Düsseldorf verklagt. Es geht um die Herausgabe des Vertrages der Stadt mit dem Tour de France-Veranstalter A.S.O.. Düsseldorf war im Juli 2017 Startort des bekanntesten Radrennens der Welt. Mittlerweile ist bekannt: Düsseldorf hat mit dieser Veranstaltung Millionen Euro an Verlusten gemacht. Millionen Euro Miese an Steuergeld. Oberbürgermeister Thomas Geisel - ein begeisteter Hobbyradfahrer - ist nun merklich in der Bredouille. Zumal das Verwaltungsgericht der NRW-Landeshauptstadt signalisiert hat: die Öffentlichkeit hat einen Anspruch auf Einsichtsnahme in diesen Vertrag. Ein Vertrag, der noch für einigen Gesprächsstoff sorgen könnte.


Disclaimer: Der Betreiber dieser Webseite (Fred Kowasch) hat zusammen mit Ralf Meutgens im Oktober 2016 für die WDR-Sendung 'Sport inside' einen Film über die umstrittene Austragung von Düsseldorf als Startpunkt der Tour de France 2017 realisiert. Er hat Ralf Meutgens zum Ablauf der Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf am 21.10.2019 befragt.

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"Am Besten, Du machst ab Sonntag Dein Handy aus!" - Was Whistleblower erleben

von Fred Kowasch

Der Umgang mit Whistleblowern - er glich jahrelang einem Drahtseilakt. Nun hat die Europäische Union eine Richtlinie verabschiedet, die Hinweisgebern Rechtssicherheit vermitteln soll. Ehe dies jedoch in nationales Gesetz umgesetzt wird, können noch Jahre vergehen. Am Mittwoch nun befasste sich der Sportausschuss des Deutschen Bundestages mit dem Thema. Mehr Details auch unter sportspool.tv


"Am Besten Du machst ab Sonntag Dein Handy aus. Für ein paar Tage!"  Eine besseren Tipp konnte ich dem Whistleblower im Februar 2009 nicht geben. Denn ich war selbst überfordert. Wer bereitet einen in der Journalistenschule schon auf den Umgang mit Whistleblowern vor?! Wer weiss, ob die Story wirklich 'steil' geht? Ob sie nicht unkommentiert vor sich hin rottet ....

Diese Story allerdings ging steil. Sehr steil sogar. ARD-Sportschau, ZDF-Heute-Nachrichten, WDR-'Sport inside'. Und, und, und. Irgendwann bist Du als Filmemacher (und Produzent) dann schlicht auch überfordert. Wer kann sich dann noch um seinen Informanten kümmern?! Den, der so einen öffentlichen Aufschrei noch nie erlebt hat. Der, der in seinem Kämmerchen vor dem ausgeschalteten Handy sitzt, während im Mail-Acount eine Nachricht nach der anderen eingeht.

Solche Tage bedeuten Stress. Jeder will etwas von Dir. Da muß auf die Presseerklärung des Sportverbandes geantwortet werden. Der Redakteur drängelt. Vorwürfe gegen unseren Informanten stehen im Raum. Wie kontert man die am Besten, wenn nebenbei noch ein weiterer Film zu machen ist? Wie ist es mit einem Anwalt? Wer stellt ihn? Wer muss ihn bezahlen?

TV-Sender nehmen solche Enthüllungen ganz gerne mit. Investigative Geschichten führen zu Anerkennung unter den Kollegen, am Ende winkt vielleicht sogar ein Fernsehpreis. Nur: um einen Anwalt - der ihn rechtlich berät - muss sich der Whistleblower selbst kümmern. Ihn aus der eigenen Tasche bezahlen. Irgendwie geht dass nicht. Es Ist auch nicht zu akzeptieren, dass - nur weil der Whistleblower aufgrund massiven rechtlichen Druckes seine Aussage später ein wenig modifiziert - er (und seine Geschichte) plötzlich regelrecht in Ungnade fallen. Die Redaktion sich einer Folgestory verweigert. Obwohl der Fall bei Staatsanwaltschaft und dem Landeskriminalamt weite Kreise zieht. Sie dort den Wert der Insiderinformationen zu schätzen wissen. Andere Medien weiterhin über den Fall berichten.

Der richtige Umgang mit Whistleblowern. Er steht in keinem Lehrbuch. Denn jeder Fall ist anders. Jedes Motiv, sich zu offenbaren und an die Medien zu wenden, liegt eine andere persönliche Geschichte zu Grunde. Die zu erfahren, den persönlichen Hintergrund exakt zu verifizieren, ist schwierig. Braucht Einfühlungsvermögen, erfordert Zeit. Die Frage nach seinem Motiv 'auszupacken' - als Filmemacher habe ich sie an den Whistleblower wieder und wieder gestellt.

Ein Rest-Risiko bleibt immer. Für den, der die Geschichte macht. Viel mehr noch für den, der sie erzählt. Der manchmal gar nicht ahnt, was für einen medialen Aufschrei ein Einzelner auslösen kann. Und dass die öffentliche Tortur erst dann so richtig losgeht. (Text März 2019)

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Heldenstadt Anders Festival - Volle Hütte und starke Auftritte im Leipziger UT


Drei Tage AUSVERKAUFT. Unzählige Biers, Umarmungen. Tränen der Freude, Pogo, gute Laune. Dazu Bands, die mehr als drei Jahrzehnte nicht mehr zusammen auf der Bühne gestanden haben. Dass Leipziger 'Heldenstadt Anders Festival' im Leipziger UT Connewitz war ein voller Erfolg! Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten die - knapp - 1 TB an Daten sichten und daraus für euch einen schönen Dokumentarfilm basteln. Der dann am 17.1.20 im UT Connewitz gezeigt wird. Parallel auch zum Download angeboten werden soll. So ist der Plan. FREE FOR ALL! Unvergessliche Bilder, Interviews, Eindrücke. Es sind wirklich geile Shoots geworden ....


Drei Vinyl-Scheiben in den Farben grün, lila und weiss. Zum Bestellen.. Dazu ein Booklet, dass sich mit seinen 148 Seiten sehen lassen kann. 

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Dokumentarfilm: Walls - a photographer between the lines (88 min, OmU, 2013)

Israel und die besetzten Gebiete, Belfast, Baghdad, Ceuta, Zypern, die Grenze zwischen den USA und Mexico. Kai Wiedenhöfer hat eine Mission. Er will die Mauern der Welt fotografieren, zeigen was ein Betonwall aus Menschen macht. Mit seiner Panoramakamera geht er dorthin, wo Gummigeschosse, Tränengas und Strassenschlachten zum Alltag gehören. Er trifft auf Flüchtlinge, Drogendealer und engagierte Menschenrechtler. Immer wieder aber auch auf bewaffnete Soldaten und aggressive Grenzpolizei. Gegen viele Widerstände versucht er sich seinen Traum zu erfüllen. 


Kai Wiedenhöfer möchte seine Panoramafotos auf die weltbekannte 'East Side Gallery' in Berlin zu bringen. Jahrelang kämpft er dafür. Im Sommer 2013 kommt es in seiner Wahlheimat zum Showdown. Die Dokumentation „Walls – a Photographer between the Lines“ hat Kai Wiedenhöfer - der einst Zeuge des Berliner Mauerfalls wurde - über neun Jahre lang begleitet.

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Dokumentarfilm: 'Inside HogeSa' - Von der Straße ins Parlament (92 min, 2018)

Köln, am letzten Oktobersonntag 2014. Tausende von muskelbepackten Männern, die unter dem Motto 'Hooligans gegen Salafisten' (HogeSa) durch die Kölner Innenstadt ziehen. Hooligans, Türsteher, Rocker, Rechtsradikale. Die Demonstration endet in Ausschreitungen am Hauptbahnhof. Tagelang bestimmen die Ereignisse von Köln, bestimmt das Bild vom umgekippten Polizeibus, die Schlagzeilen. Die Öffentlichkeit fragt sich seither: wie konnte dies passieren? Warum haben die Sicherheitsbehörden geschlafen?

In der Folgezeit dominieren - in Ost wie West - 'Pegida-Demonstrationen das Straßenbild. Im Herbst 2017 schließlich zieht die AfD in den Deutschen Bundestag ein. Politikwissenschaftler und LKA-Ermittler sind sich einig: 'HogeSa' hat für diese Entwicklung den direkten Anstoß gegeben.


In 'Inside HogeSa - Von der Straße ins Parlament' begleiten wir die Protagonisten der Szene vier Jahre lang. Zum ersten Mal reden rechte Hooligans,'Nationale Sozialisten' und 'Pegida'-Vertreter offen vor der Kamera. Ein 92-Minuten-langer Dokumentarfilm, der einen Einblick in eine Szene gibt, den es so vorher noch nicht gab. Der durchaus schockieren kann.

Wem der Trailer gefällt, kann sich gern den kompletten Film ansehen. Er kostet 4,99 (Ausleihe 48 Stunden) und 9,99 Euro (all). Wer den Film kauft, bekommt zahlreiche Interviews in voller Länge zu sehen. Und Zugang zu einem 106 Minuten langen 'Directors Cut', mit bisher unveröffentlichten Szenen.

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