+ Dokumentarfilm + 'Walls - a Photographer between the Lines' (88 min, OmU, 2013) +

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Israel und die besetzten Gebiete, Belfast, Baghdad, Ceuta, Zypern, die Grenze zwischen den USA und Mexico. Kai Wiedenhöfer hat eine Mission. Er will die Mauern der Welt fotografieren, zeigen was ein Betonwall aus Menschen macht. Mit seiner Panoramakamera geht er dorthin, wo Gummigeschosse, Tränengas und Strassenschlachten zum Alltag gehören. Er trifft auf Migranten, Drogendealer und engagierte Menschenrechtler. Immer wieder aber auch auf bewaffnete Soldaten und aggressive Grenzpolizei. Gegen viele Widerstände versucht er sich seinen Traum zu erfüllen.

Kai Wiedenhöfer möchte seine Panoramafotos auf die weltbekannte 'East Side Gallery' in Berlin zu bringen. Jahrelang kämpft er dafür. Im Sommer 2013 kommt es in seiner Wahlheimat zum Showdown. Die Dokumentation „Walls – a Photographer between the Lines“ hat Kai Wiedenhöfer - der einst Zeuge des Berliner Mauerfalls wurde - über neun Jahre lang begleitet.

Dokumentarfilm: Die letzten Reporter (95 min, 2020, NDR)

Mitte Juni war Kinopremiere, jetzt gibt es 'Die letzten Reporter' bereits in der ARD-Mediathek. So muss es sein! Ein guter Dokumentarfilm über Lokalreporter in der norddeutschen Provinz. Wunderbare Charaktere, die sich im Zeitungsalltag 'durchschlagen'. Die die Digitalisierung ihrer Branche direkt miterleben, sich (und sie) irgendwie managen müssen. Eindringlich eingefangene kleine Geschichten aus dem Reporterleben. Wenn man sich einmal auf die ruhige, unaufgeregte Erzählweise des Filmes eingelassen hat, möchte man dieses Werk ewig so weitergehen soll. Sehr sehenswert.

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Video on Demand: Und Morgen die ganze Welt (Drama, 111 min, 2020)

von Fred Kowasch

Ein Film über eine Szene, die - auch aufgrund von Inhaftierungen (wie im Fall von Lina E.) und dem Gerichtsverfahren in Stuttgart - immer mehr in den öffentlichen Blickpunkt gerät. Westdeutsche Jurastudentin radikalisiert sich, weil sie konsequent handeln will. Wie sie in Kontakt zu gewaltbereiten Antifas kommt, die ihre Gegner auch körperlich attakieren. Nach kurzem Kinostart Ende Oktober letzten Jahres, jetzt 'Video on Demand' unter anderem via Amazon und seit Anfang Mai auch bei Netflix.

Der Film ist nicht zu empfehlen. Die Story ist mächtig platt. Die Filmfiguren werden kaum entwickelt, die Handlung bleibt an der Oberfläche. Sicher, einige Szenen mögen gut beobachtet sein. Nur: wieso sich die Hauptfigur des Filmes so extrem radikalisiert, wird nicht glaubwürdig und nachvollziehbar erzählt. Hier wurde ein brisantes Thema wirklich verschenkt. Doch wie immer gilt: urteilt selbst!

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VoD-Tipp: 'The Queen's Gambit (7-teilige Serie, 2020, zu sehen auf netflix)

32 Figuren, 64 Spielfelder, unzählige Möglichkeiten ein Match zu gestalten. Wer einmal Schach gespielt hat, weiss: es ist zittern, bangen, stundenlange Konzentration. Cool wirken, obwohl der Blutdruck am Limit ist. Dieses unendliches Glücksgefühl danach. Oder eine unendliche Leere. Wohl selten hat sich diese Faszination, dieses Wechselspiel zwischen Genie und Wahnsinn, besser gezeigt als in dieser Netflix-Serie. Wer dieses Spiel liebt, MUSS diesen Film sehen. Wer nicht, wird die Liebe zu diesem einzigartigen Sport möglicherweise entdecken.

Einen Tipp noch: die Serie in der Originalsprache sehen. Die Synchronisation ist - wie so oft - leider schlecht.


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'Rohwedder - Einigkeit und Mord und Freiheit' (4 teilige Doku-Serie, Netflix)

Eine bemerkenswerte Serie. Für die es durchaus lohnt, seinen alten Netflix-Account zu reaktivieren. Lebendige Zeitgeschichte, 30 Jahre her. Starke Zeitzeugen, optisch perfekt ins Szene gesetzt. Selbst erklärend inszeniert, ohne den pädagogischen Zeigefinger umgesetzt. Der Tod von Carsten Rohwedder - wem hat er am Ehesten genützt? Eine Dokumentation, die Fragen aufwirft, aber keine endgültigen Antworten gibt.

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Video on Demand: 'Dark Eden' (Dokumentarfilm, 79 min, 2018)

Das Öl, der Mensch und das Überleben. Gier, Unvernunft, Existenzangst? Im Streben nach immer mehr Profit löschen wir uns selber aus. Selten hat ein Dokumentarfilm dies eindringlicher festgehalten. Der Film ist sicher keine Abendunterhaltung bei Knabbergebäck und Chips. Er ist vor allem eines: eindringlich und gnadenlos subjektiv. Und deshalb so gut. Bis an die Schmerzgrenze heran. Wer Dokumentarfilme liebt, sollte ihn gesehen haben.

Aktuell in der Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung.

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VoD-Tipp: Ultras (Spielfilm, aktuell auf netflix)

Sandro ist der Leader der Ultragruppe 'Apache'. Ein etwas in die Jahre gekommener 50jähriger, der sich bei jedem Spiel seiner Lieblingsmannschaft auf einer neapolitanischen Polizeiwache melden muss. Der mit Wehmut von den Schlachten früherer Tage erzählt. Doch: Du kannst nicht anders. Irgendwann 'erwischt' es Dich wieder .... Sure.

Ungemein dicht erzählter Film aus dem italienischen Ultra-Milieu. Phantastische Kamera, einprägsame Charaktere.
Wer bis jetzt noch kein Netflix-Abo hatte, sollte sich schon allein für diesen Film eines besorgen!!

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Im Kino: Nightlife (Komödie, Roadmovie, 115 min)

Wenn man nach einem one-night-stand nach Hause kommt - und die eigene Bude voll feiernder Zombies ist - dann ist das Berlin. Eine Stadt voll einsamer Herzen, die doch eigentlich nur auf der Suche sind. Nach einem Mann fürs Kind, nach Anerkennung, nach Festanstellung. Diese leichte Komödie kommt zwar Anfangs etwas zu träge in die Gänge, entwickelt sich dann jedoch zu einem sehenswerten Roadmovie, bei dem man gepflegt ablachen kann. Mit einer bezaubernden Hauptdarstellerin - gespielt von Palina Rojinski - für die allein der Weg ins Kino lohnt.

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