Doping-Studie: Manipulationen im Fußball

AKTUELL: DFB-Arzt mißt auffällig hohe Blutwerte bei Fußballprofis

Das Doping im Fußball nichts bringt, ist eine weit verbreitete Legende. Sie wird von jenen aufgestellt, die diesen Sportbetrug verschleiern wollen oder wenig Kenntnis haben. In der derzeit viel diskutierten Studie über das 'Doping in der BRD', ist dem DFB und dem Doping im Fußball auch ein Abschnitt gewidmet. interpool.tv dokumentiert den entsprechenden Wortlaut, dieser vom deutschen Steuerzahler bezahlten Studie. Wir kommen damit auch dem Deutschen Olympischen Sportbund - und seinen Präsidenten Dr. Thomas Bach nach - der zur Veröffentlichung der Studie aufgefordert hat.

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Im Juni 1986 sah Donike erneut Anlass zur Kritik am DFB. Heinz Liesen von der Sporthochschule Köln begleitete als Mannschaftsarzt die Nationalelf zu den WM-Spielen nach Mexiko. Da die Spieler vor der WM einen erschöpften Eindruck gemacht hatten, fiel die deutliche Überlegenheit der Mannschaft bei der Weltmeisterschaft auf. Die Aufmerksamkeit der Presse zog Liesen auf sich, weil er den Spielern bei der WM bis zu sieben Injektionen pro Tag verabreichte; von 1.500 Ampullen wurde berichtet.197 Den Berichten zufolge spritzte Liesen u. a. Immun-Stimulanzien und Vitamin B12. Hinzu kam Trasylol unmittelbar vor den Spielen, damit die Spieler nach Liesens Begründung in der Hitze einen „einigermaßen klaren Kopf behalten“.198 Toni Schumacher kritisierte später auch die Pillen, die zu den Spritzen noch hinzu kamen:

„Jeden Mittag schluckten wir zu unserem Elektrolytgesöff haufenweise Tabletten: Eisen, Magnesium, Vitamin B in Höchstdosis, Vitamin E, ein paar Hormönchen für die Höhenanpassung …“199 ...."
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196 „Donike fordert Doping-Tests im Training“, SID-Artikel vom 01. November 1985.
197 Vgl. „Kölner Sportmediziner Heinz Liesen überzeugte bei der zweiten Mexiko-Tour auch die Skeptiker. Mit der Pharma-Spritze gegen die Hitze. Die deutschen Spieler sollen klaren Kopf behalten – Bis zu sieben Injektionen pro Tag – 200 000 Mark Kosten“, Artikel im Kölner Stadtanzeiger vom 14./15. Juni 1986.
198 Ebenda.
199 Schumacher, T. (1987), 110.

Quelle: „Doping in Deutschland von 1950 bis heute aus historisch-soziologischer Sicht im Kontext ethischer Legitimation“
Forschungsprojekt 2009-2012, initiiert durch den DOSB, beauftragt und gefördert durch das BISp
Abschlussbericht des Teilprojektes an der Humboldt-Universität, Seite 515

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Blatt für Blatt - die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft aus Freiburg (I)

von Fred Kowasch

23.08.2012
Die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft zu Freiburg ist ein Dokument, dass für sich spricht. Da sollen Jan Ullrich und Steffen Wesemann von 2002 bis 2006 Epo-Kuren von den beiden Telekom-Medizinern Heinrich und Schmid erhalten haben. Das dürfte neu sein. Neu auch, welche Bedeutung die Apotheke in Elzach (bei Freiburg) spielte. Dramatisch, in welcher Situation sich Patrick Sinkewitz am 2. Juli 2006 beim Blutdoping befand. Unter welchen Bedingungen Professor Dr. Andreas Schmid hier Hand angelegt haben soll. Interessant auch zu lesen, wer alles über die umstrittenen Nebentätigkeiten der beiden Mediziner am Klinikum informiert war. Das alles soll nicht reichen, um eine Anklage zu Stande zu bekommen?! Das ist nicht vermittelbar.  
verfuegung 1

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Die Gerolsteiner-Papiere

Das Interview mit Gerolsteiner Teammanager Hans-Michael Holczer während der Bayern-Rundfahrt

gerolsteiner 401.07.2005 - Kurz vor dem Start der 92. Tour de France belasteten Doping-Vorwürfe das deutsches Radsportteam Gerolsteiner. Nach Informationen des Dänischen Fernsehens soll sich ein bis Mai 2005 aktiver Physiotherapeut per E- Mail über die Wirkungsweise von Doping-Mitteln wie Wachstumshormonen und Insulin erkundigt haben. Die E-Mails stammen aus den Jahren 2001 und 2002 und liegen interpool.tv vor.

pdf Die Gerolsteiner Doping-Mails 2001-2002

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Sportmedizin Freiburg

Ein paar Gedanken zum Freiburger Abschlußbericht der Expertenkommission

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von Fred Kowasch

15.05.2009 -
Für mich hat der Bericht ein paar Unstimmig- und Ungenauigkeiten. Die Aussage des Kommissionvorsitzenden Dr. Hans-Joachim Schäfer: Matthias Kessler und Andreas Klöden hätten am 02.07.2006 in der Freiburger Uniklinik (Abteilung Sportmedizin) im Keller Blutdoping betrieben, ist nach Lektüre des Berichtes, nicht hinreichend belegt. Als direkten Zeugen gibt es nur einen: Patrik Sinkewitz. 

pdf Abschlussbericht_Doping_Uni_Freiburg_12052009

pdf Zwischenbericht_Doping_Uni_Freiburg_17032008

 

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Der Fall Claudia Pechstein

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Sie ist die bei Olympia erfolgreichste deutsche Wintersportlerin.  Anhand von erhöhten Retikulozytenwerten wurde sie von der Internationalen Eislaufunion (ISU) für zwei Jahre gesperrt.

Der Internationalen Sportgerichtshof (CAS) bestätigte die Entscheidung am 25. November 2009.

Am 15. März 2010 veranstaltete die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie  in Berlin eine viel beachtete Pressekonferenz auf der rennomierte Blutexperten eine Blutkrankheit (in milder Form) für die mehrfache Olympiasiegerin diagnostizierten. Wer sich in dem komplizierten Fall selbst ein Bild machen möchte: 

 pdf Urteil_CAS_Pechstein-ISU_english

pdf Urteil_CAS_Pechstein-ISU_german

pdf Erklaerung_Jelkmann_14032010

pdf Gutachten_Gassmann_14032010

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