Film-Premiere: 'Inside HogeSa' - Von der Strasse ins Parlament (Dokumentarfilm, 100 min, 2018)

'Inside HogeSa' ist eine Dokumentation, die der Frage nachgeht: welche Folgen hatte die Demonstration der 'Hooligans gegen Salafisten' (HogeSa) vom 26.Oktober 2014 in Köln? Als 5.000 Menschen auf die Straße gingen. Was wurde aus den Protagonisten? Ausführlich kommen Beteiligte zu Wort. Unter Ihnen Hools und Mitglieder des 'HogeSa'-Teams. Aber auch Fanforscher, Politikwissenschaftler, 'Pegida'-Organisatoren.

'Inside HogeSa' - Von der Strasse ins Parlament from interpool.tv on Vimeo.

Dreieinhalb Jahre lang haben wir an dem Thema gearbeitet. Dutzende Kundgebungen und Demonstrationen besucht. Vor Ort mit den Beteiligten gesprochen. Entstanden ist ein 100 Minuten langer Dokumentarfilm, der einen Einblick in eine Szene gibt, den es so noch nicht gab. Wem der Trailer gefällt, kann sich gern den kompletten Film ansehen. Er kostet 4,99 (Ausleihe 48 Stunden) und 9,99 Euro (all). Wir haben die Dokumentation mit insgesamt 10.000 Euro selbst finanziert. Auf Crowdfunding, Filmfördergelder oder eine Co-Finanzierung öffentlich-rechtlicher TV-Sender wurde - aus Gründen der redaktionellen Unabhängigkeit - verzichtet.

Hinweis: wer den Film kauft, bekommt in den nächsten Wochen noch zahlreiche ungeschnittene Interviews zu sehen. Sowie Szenen, die nicht Eingang in die Doku fanden.

NSU: Das Gutachten der 'Schäfer-Kommission'



16.05.2012 - 10:06 update
Neue Details zum Untertauchen der 'Zwickauer Zelle' und deren mangelnde Verfolgung durch die Thüringer Behörden. Aufgelistet auf 273 Seiten in einem Gutachten der unabhängigen Kommission zur Überprüfung der Arbeit der Thüringer Behörden und Staatsanwaltschaften in Bezug auf die 'Zwickauer Zelle' hervor, dass heute im Internet veröffentlicht wurde. Der Bericht enthüllt weitere Ermittlungspannen.

So war der Ermittlungsleiter bei den Durchsuchungen am 26.01.1998 nicht anwesend, weil er eine Fortbildung in Erfurt besuchte. Darüber hinaus wurden die Durchsuchungen der drei Garagen nicht, wie sonst üblich, gleichzeitig durchgeführt. Dies führte dazu, dass das NSU-Mitglied Uwe Böhnhardt sich in aller Ruhe in sein Auto, dass in einer dieser Garagen geparkt war, setzen konnte und unbehindert davon fuhr. Die Sprengstofffunde in der anderen Garage erfolgten später.

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Als die Beamten den ermittelnden Staatsanwalt erreichen wollten, wurde Ihnen mitgeteilt: dieser sei erkrankt. Eine am Nachmittag des 26.01.1998 ausgeschriebene Fahndung nach den drei NSU-Mitgliedern Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe wurde am Folgetag wieder rückgängig gemacht, da die Staatsanwaltschaft glaubte, nicht über ausreichende Haftgründe zu verfügen. Am 28.01.1998 erfolgte dann die Ausstellung der Haftbefehle.

In der Folgezeit - so heißt es in dem Bericht - sollen dann das Thüringer Landesamt für Verfassungsshutz (LfV) und das Thüringer Landeskriminalamt nebeneinander und oft unabgestimmt gearbeitet haben. So sei die Suche durch Zielfander des LKA erfolgt, obwohl sie über wenig - bis gar kein - Wissen im Bereich des Rechtsextremismus verfügten.

Im Zeitraum vom 04.02.1998 bis zum 02.11.2000 wurden durch sie insgesamt 37 Telefonüberwachungsmaßnahmen vorgenommen. Dabei schnitten die Fahnder am 11., 16. und 20.04.1998 drei Telefonate mit, indem es um einen geplanten Treff von namentlich bekannten Mittelsmännern zur NSU gegangen sei.anruf1 nsu 11041998anruf2 und 3 1620041998
Faksililie: Auschnitte aus den Seiten 95 und 96 des 'Schäfer-Gutachtens'


 "Dieser Spur war - wie heute bekannt - die richtige und wahrscheinlich die wichtigste Spur, die die Zielfahndung hatte."
(Seite 141, 'Schäfer-Gutachten')

Eine zentrale Rolle bei der Arbeit des Thüringer Verfassungsschutzes spielten - in diesem Zusammenhang die VS-Spitzel mit Namen Quelle 2045 "Otto" (später Quelle 2150 "Oskar") und Quelle 2100. Ihre Idendität ist heute bekannt.

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Klarstellung:
In einer früheren Version des Artikels hatte interpool.tv darüber berichtet, dass die Garage in Jena, in der am 26.01.1998 Sprengstoff und mehrere Rohbomben gefunden wurden, von einem Polizisten an Beate Zschäpe vermietet worden war. Dies ist keine Neuigkeit. Das Nachrichtenmagazin STERN hatte darüber bereits am 14.11.2011 berichtet.   Artikel wird heute noch ergänzt

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