Kommentar: Vorstellbar ist alles!

von Fred Kowasch

Der 11.11. in Köln. An diesem Tag geht in der Domstadt nichts. Auch deutsche Behördenmitarbeiter sind dann besonders lustig. Gearbeitet wird an diesem Tag nicht. Ausgerechnet am Karnevalsauftakt - 2011 fiel dies auf einen Freitag - will ein besonders willfähiger Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz brisante Akten zur NSU vernichtet haben? Weil er die Unterlagen sichtete, die Aufbewahrfrist überschritten war? Diese Geschichte klingt geradezu nach einer 'Räuberpistole'. Die Geheimdienste immer dann in Umlauf setzen, wenn es etwas zu verschleiern gilt. Was war da eilig und warum?  

Acht Informanten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, zwei Spitzel des Landesamtes, einer vom Militärischen Abschirmdienst. Stand beim 'Thüringer Heimatschutz' überhaupt noch einer NICHT auf der Lohnliste staatlicher Behörden?! Glaubt man den Worten des ehemaligen Thüringer Verfassungsschutzchef Helmut Roewer dann hielt man es am Ende der 90er Jahre für unmöglich, dass sich die drei Untergetauchten bewaffnen würden. Und dies in einer Zeit, als nicht nur in Jena Rohrbomben gefunden worden, Sicherheitsexperten der Landeskriminalämter offen und öffentlich von einem möglichen Abtauchen militanter Rechtsextremisten sprachen. Sollte Verfassungsschützer dies etwa nicht mitbekommen haben?!

Schon lange sprechen Polizisten - mit Blick auf die Schlapphüte - verächtlich von den Zeitungsausschnittsammlern. Gut bezahlte Beamte, die mit der Schere Zeitungen durchblättern, fein säuberlich alles archivieren. Die Spitzel anwerben und fürstlich bezahlen. Dessen 'Spendengelder' dafür gesorgt haben - dies zumindest steht nach den bisherigen Berichten zur NSU fest - dass der 'Thüringer Heimatschutz' und die 'Zwickauer Zelle' am Leben gehalten wurden.

Was kommt als Nächstes?  Vorstellbar ist alles!

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