Film-Premiere: 'Inside HogeSa' - Von der Strasse ins Parlament (Dokumentarfilm, 100 min, 2018)

'Inside HogeSa' ist eine Dokumentation, die der Frage nachgeht: welche Folgen hatte die Demonstration der 'Hooligans gegen Salafisten' (HogeSa) vom 26.Oktober 2014 in Köln? Als 5.000 Menschen auf die Straße gingen. Was wurde aus den Protagonisten? Ausführlich kommen Beteiligte zu Wort. Unter Ihnen Hools und Mitglieder des 'HogeSa'-Teams. Aber auch Fanforscher, Politikwissenschaftler, 'Pegida'-Organisatoren.

'Inside HogeSa' - Von der Strasse ins Parlament from interpool.tv on Vimeo.

Dreieinhalb Jahre lang haben wir an dem Thema gearbeitet. Dutzende Kundgebungen und Demonstrationen besucht. Vor Ort mit den Beteiligten gesprochen. Entstanden ist ein 100 Minuten langer Dokumentarfilm, der einen Einblick in eine Szene gibt, den es so noch nicht gab. Wem der Trailer gefällt, kann sich gern den kompletten Film ansehen. Er kostet 4,99 (Ausleihe 48 Stunden) und 8,99 Euro (all). Wir haben die Dokumentation mit insgesamt 10.000 Euro selbst finanziert. Auf Crowdfunding, Filmfördergelder oder eine Co-Finanzierung öffentlich-rechtlicher TV-Sender wurde - aus Gründen der redaktionellen Unabhängigkeit - verzichtet.

Hinweis: wer den Film kauft, bekommt in den nächsten Wochen noch zahlreiche ungeschnittene Interviews zu sehen. Sowie Szenen, die nicht Eingang in die Doku fanden.

"Zeigen, was ist!" - Gespräch über die Dreharbeiten zu »Inside Hogesa«

War die HogeSa-Demo in Köln der Startschuss für Pegida?

Eindeutig ja. Und sie war nicht nur für Pegida der Startschuss. Auch für Legida in Leipzig, die großen »Merkel muss weg«-Demos in Berlin, Pegida-NRW. 
hoolbuch
Und, und, und. Letztendlich auch für den heutigen Erfolg der AfD.

Denn das Thema des radikalen Islamismus, der steigenden Terrorgefahr durch unkontrolliertes Einreisen von Flüchtlingen und Migranten – heute alles »Leib- und Magenthemen« der AfD –, hat zuerst »HogeSa« auf die Straße gebracht. 

Zur Erinnerung: Macheten und Metallstangen. Und die Polizei steht fassungslos daneben. Es waren die Bilder einer brutalen Straßenschlacht zwischen Salafisten und Kurden am 7. Oktober 2014 in Hamburg, die in weiten Teilen der Gesellschaft für Empörung sorgten. Die den Ruf nach Selbstjustiz auf ein anderes gesellschaftliches Level brachten. Nur so ist der Zuspruch für die »Hooligans gegen Salafisten« zu erklären. 

Unvorstellbar war zu dieser Zeit allerdings, dass sich fast 5.000 von ihnen nur zweieinhalb Wochen später in Köln, am 26. Oktober 2014, versammeln – und an einem Sonntag »in aller Ruhe« durch die Stadt »spazieren«. Auch wenn es tausende Anmeldungen über ihre Facebookseite gab – mit mehr als 1.500 hatten die Veranstalter nicht gerechnet. 

Die breite gesellschaftliche Akzeptanz für die AfD und ihre Thesen haben letztendlich die »Hooligans gegen Salafisten« geschaffen. Sie waren der Rammbock gegen die Tabus der »political correctness«, dessen was als »politisch korrekt« galt. Sie haben öffentlich und sagbar gemacht, was zuvor Millionen dachten. 

Zusammengefasst: Bei einem Einzug der »Alternative für Deutschland« in den Bundestag müssen sich deren Vertreter an erster Stelle bei den »Hooligans gegen Salafisten« bedanken. Sie haben letztendlich das Tor aufgestoßen .... WEITER

Hier gehts zum gesamten Gespräch ....


Hier gehts zum Buch 'Fäuste, Fahnen, Fankulturen"

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Richtung zehn Prozent - Wie die SPD zwei Wahlkämpfe 'vergeigte'

Schon mal gewundert, warum Peer Steinbrück im Oktober 2012 - als frisch gekührter SPD-Kanzlerkandidat - seine lukrativen Nebenverdienste um die Ohren flogen? Weshalb Martin Schulz - nach famosen Start - seinen Biß verlor? Welche Rolle Sigmar Gabriel - im Hintergrund - bei all dem spielte?

Die Antworten darauf, gibt es in einem 108-Seiten-Papier, dass die SPD jetzt veröffentlicht hat. Es ist der seltene Einblick in ein Stück ungeschminkte Zeitgeschichte. Eine schonungslose Abrechnung mit einer zum Bundestags-Wahlkampf komplett unfähigen Sozialdemokratie. Einer Partei, die immerhin seit 2013 mit an der Regierung ist.

nrw wahlWas überrascht: die Antworten auf die - eingangs gestellten - Fragen sind erschreckend banal.

Peer Steinbrück wußte im Vorfeld schlicht nichts von seiner Ernennung. Hatte deshalb auch keine Zeit, eine überzeugende Wahlkampfstrategie zu entwickeln.

Viel besser erging es auch Martin Schulz nicht. Ohne Konzept, aber mit SPIEGEL-Redakteuren im Gepäck. Ohne Biß, um Hannelore Kraft im NRW-Wahlkampf zu schonen. Das Thema 'Bildung' fiel deshalb schon einmal aus. Dafür mit weißem Häubchen auf dem Kopf oder verbissend aus dem Zugfenster blickend.

Im Hintergrund betrieb ein Siegmar Gabriel sein ganz eigenes Spiel. Soll man dem SPD-Papier glauben, sah sich die Partei den Launen - dem Zaudern und Zögern -  des Ex-Parteivorsitzenden über Jahre hinweg ausgesetzt. 

Diese 108 Seiten sind eine Offenbarung. Ein 'must read' für jeden politisch-interessierten Bürger. Die zwei Stunden Lesezeit sollte man sich gönnen. Dann versteht man auch, warum diese Partei in Richtung zehn Prozent geht.

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Klare Kante: Was für Feiglinge!

Ein Kommentar von Fred Kowasch

Bündnis 90 / Die Grünen und der Untersuchungsausschuß. Was waren das für Highlights parlamentarischer Aufklärungsarbeit.

Legendär, wie Otto Schily einst im 'Flick-Ausschuß' Wirtschaftsführer und Politiker 'grillte'. Seine harten, präzisen Fragen waren gefürchtet bei der Aufklärung eines Korruptionsfalls, der die Bundesrepublik in den 80er Jahren beschäftigte.

reichstag1Noch gut in Erinnerung, wie der Extra-Bericht von Ingrid Köppe zum 'Schalk-Komplex' für Gesprächsstoff sorgte. Ihr brisanten Aufzeichnungen über die illegalen Geschäfte zwischen der DDR und der BRD sind noch heute unter Verschluß. Lassen sich aber durchaus im Internet finden.

Oder: Manfred Such und sein Nachhaken im U-Ausschuß zur Rolle des BND bei einem Plutoniumschmuggel. Lange her. In den 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

Und heute?! Kein Interesse. Weil es die "Menschlichkeit" gebietet. Kein Interesse an der Aufklärung von Vorgängen, die das Land seit dem Herbst 2015 zerissen haben. Kein Interesse, jüngstes Behördenversagen im BAMF zu analysieren. Wozu braucht es eine Partei im Bundestag noch, wenn sie ihrer Rolle - das Regierungshandeln zu kontrollieren - so ungenügend nachkommt?

Müssen FDP und AfD im Bundestag noch größer werden, damit es einen solchen Untersuchungsausschuß im deutschen Parlament endlich gibt?!

Fakt ist: der Innenausschuß hat nicht diese weitreichenden Kompetenzen, die es braucht um Licht ins Dunkle zu bringen. Er tagt meist 'NICHT ÖFFENTLICH', kann kaum Akten anfordern, Zeugen vorladen. Das wissen Katrin Göhring-Eckhardt und ihre Partei-Kollegen aber auch.  Eine Partei, die einst mit Biß gestartet - heute jedoch als Bettvorleger zu Füßen der Macht gelandet ist.

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Berlin-Tipps

abendstimmung
20.06. 18:00 Theater an der Parkaue: Fetsum, Melanie Pain, The Rodeo, Lefteris Moumtzis, Adam Wendler, Eleni Era, Adelle Nqueto (Hip Hop, Pop, Sing Song) 0e
20.06. 19:30 Rummels Bucht: Andrej Ugoljew Band (Electro, Hip Hop)
20.06. 20.00 Astra: Rose Tattoo (Hard Rock) 33e
20.06. 20:00 So36: Modern Life is War, Cro-Mags, Culture Abuse (HC) 28e
20.06. 20.30 Cassiopeia: Red City Radio, Moving The Mess (Punkrock) 15e
20.06. 20.30 Urban Spree: Crack Cloud (HipHop, Exp., Soundscapes) 14e
20.06. 22:00 Wild at Heart: Hymn For Her (Hillbilly)

21.06. 16:00 Abgedreht, Karl-Marx-Allee 140: Gorelem, Herzblut, Norkh, Doc Horn and the Hornbabes, Zerfall (Punk, Metal) 0e
21.06. 16:00 Badehaus: Sind, Flut, Brett, The Peters, Search Yiu, Ant Antic (Indierock) 0e
21.06. 16:00 Birgit & Bier: Daiana Lou, The Blue Ones, Die Swing Schlampen, Fainschmitz, B6BBO (Swing, Reggae, RnR) 0e
21.06. 16:00 Else: Dollkraut, The/Das, Africaine808, Bad Stream, Cyranotaurus Cortex, Acid Washed, 22Rockets (Techno, House) 0e
21.06. 16:00 Hafenbar am Müggelsee, Josef-Narwrocki-Str. 25: Secret Act, Bondi, Frieda Who?, Daniel Schumann, Pascale Voltaire 0e
21.06. 16:00 Heidelberger Str. 90: Bialla, Katschi, KoroKoroKoro, Shemale Trouble, Cryssis 0e
21.06. 16:00 Rosis: Smith & Smart, Olivia FX, The Razzzones, Monopoly (Hip Hop, DnB) 0e
21.06. 16:00 Sage Beach, Köpenicker Str. 18-20: Der Dritte Raum, Youandme, Marcus Meinhardt, Mary Jane (Techno, House) 0e
21.06. 16:00 Wild at Heart: 7 Dead Suns, Fire Lady Luck, Brigitte Handley, Kris Sinister, Trixie Trainwreck, Wayne Lost Soul (Punk, R`n`R, Country)

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Sport inside Special: Falsches Spiel - Wettmanipulation Im Tennis

Ein Film von Benjamin Best, Fred Kowasch und Tom Mustroph
Sport inside Special, WDR Fernsehen, Sonntag, 7.5.2017, 22.05 - 22:35 Uhr

In kaum einem anderen Sport ist es so leicht zu manipulieren wie in der Einzelsportart Tennis. Der sogenannte "weiße Sport" kämpft seit mehr als zehn Jahren mit massiven Vorwürfen: Betrug, Manipulation, Vertuschung. Wettsyndikate, vor allem aus Russland, Südamerika und Italien, sind auf der Suche nach Tennisspielern, die für Geld Spiele manipulieren. Experten schätzen den weltweiten Umsatz bei Tennis-Wetten auf fünf Milliarden Euro. 

Im vergangenen Jahr haben die internationalen Tennisverbände 292 verdächtige Matches gemeldet. So viele wie nie zuvor. Mittlerweile kommen 80 Prozent aller verdächtigen Sportereignisse in Bezug zu Wettmanipulation aus dem Tennis. Seit Jahren stehen die internationalen Tennisverbände in der Kritik, zu wenig gegen die Manipulation zu unternehmen.

'Sport inside' Spezial: Falsches Spiel - Wettmanipulation im Tennis (Doku, 30 min) from interpool.tv on Vimeo.

Vor allem Tennisturniere der zweiten bzw. dritten Kategorie, sogenannte Challenger- und Future-Turniere, sind für Betrug anfällig, weil hier das Schmiergeld höher sein kann als die geringen Preisgelder. "Die Wettbetrüger sind keine dummen Menschen, ganz im Gegenteil die wissen genau wen sie ansprechen müssen, wo die Saat auf fruchtbaren Boden trifft", erklärt Tennisprofi Andrea Petkovic gegenüber Sport inside. Sport inside trifft Ermittler, spricht mit Tennisprofis und stößt bei den Tennis-Weltverbänden auf eine Mauer des Schweigens.

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Walls - a photographer between the lines (Documentary, 88 min, OmU)

The photographer Kai Wiedenhöfer works at life's extremes. With his panoramic camera, he is going to places, where rubber bullets, teargas, street battles belong to the daily life of the people. As a young man, Kai Wiedenhöfer witnessed the fall of the Berlin Wall. Since then, he has been fascinated by borders, walls and fences. His mission is to find out what concrete barriers do to the people they separate. In 2013, he tried overcoming every resistance and bringing his panorama pictures on the famous "East Side Gallery" in Berlin. The documentary accompanied Kai Wiedenhöfer for nine whole years.

Walls - a Photographer between the Lines (Documentary, 88 min, OmU) from interpool.tv on Vimeo.

Israel und die besetzten Gebiete, Belfast, Baghdad, Ceuta, Zypern, die Grenze zwischen den USA und Mexico. Kai Wiedenhöfer hat eine Mission. Er will die Mauern der Welt fotografieren, zeigen was ein Betonwall aus Menschen macht. Mit seiner Panoramakamera geht er dorthin, wo Gummigeschosse, Tränengas und Strassenschlachten zum Alltag gehören. Er trifft auf Flüchtlinge, Drogendealer und engagierte Menschenrechtler. Immer wieder aber auch auf bewaffnete Soldaten und aggressive Grenzpolizei. Gegen viele Widerstände versucht er sich seinen Traum zu erfüllen.

Kai Wiedenhöfer möchte seine Panoramafotos auf die weltbekannte 'East Side Gallery' in Berlin zu bringen. Jahrelang kämpft er dafür. Im Sommer 2013 kommt es in seiner Wahlheimat zum Showdown. Die Dokumentation „Walls – a Photographer between the Lines“ hat Kai Wiedenhöfer - der einst Zeuge des Berliner Mauerfalls wurde - über neun Jahre lang begleitet.

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Ostritz 2018: Rechtsrockkonzert an der Neiße

von Fred Kowasch, Ostritz

Wer am 20. April ein Rechtsrockkonzert organisiert, zeigt jedem deutlich, wessen Geistes Kind er ist. Wer - in diesem Zusammenhang - dort dann auch noch spielt, auch. Dreieinhalb Jahre haben wir die Organisatoren von HogeSa, den Hooligans gegen Salafisten, für einen Dokumentarfilm begleitet. An diesem Wochenende drehen wir in Ostritz einige der letzten Einstellungen dafür. Denn auch die Hooliganband 'Kategorie C' hat dort ihr Kommen angesagt. Mit ihnen Hunderte Rechtsextreme. Eindrucke von zwei Tagen in Ostsachsen. 

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'Mission Klassenerhalt' (VI) - Spätes Gedenken

Es gibt ein Stadion im Leipziger Nordwesten, da scheint die Zeit stehengeblieben, Vergangenheit gegenwärtig zu sein. 1964 wurde hier - im Leutzscher Holz - die BSG Chemie Leipzig völlig unerwartet DDR-Meister. Später spielte der Verein meistens in der zweiten Liga, Staffel C, bis er irgendwann ganz verschwand. Ein paar Unermüdliche fingen - zu Beginn des neuen Jahrtausend - in der 12. Liga wieder neu an. Jahr um Jahr ist 'Chemie' seitdem aufgestiegen, spielt nun in der Regionalliga Nordost. Muss sich dort mit dem 1. FC Lok Leipzig, Energie Cottbus und dem BFC Dynamo messen. Partien mit einiger Brisanz. In 'Mission Klassenerhalt' begleiten wir die Mannschaft durch die Saison.

von Fritz Rainer Polter

Hohe Brisanz und hohes Polizeiaufgebot im Vorfeld sind gegeben durch die Tatsache, dass die Berliner Fans ihres am 03.11.1990 in der Nähe der Gleise im Umfeld des Alten Bahnhofs Leutzsch durch einen Schuß aus einer Polizeipistole getöteten Kameraden Mike Polley gedenken wollen. Dies beinhaltet eine Kranzniederlegung durch Angehörige, Freunde, Vertreter des Vereins BFC und seiner Fangruppierungen nebst Gästen anderer Vereine. Darunter befindet sich auch Frank Kühne, der aktuelle Präsident der BSG Chemie Leipzig. Im Vorfeld dieser Geschichte kochten ja gerade in einem Forum der Chemie-Fans die Emotionen hoch. Aus meiner Sicht finde ich das einfach großartig, wie sich unser Verein hier verhält: In der Anwesenheit des Chefs beim Gedenken, in der Erweiterung des Kartenkontigents für die Gäste von 500 auf 800 Tickets, und in der Anwesenheit der Ultra-Fangruppierung „Georg-Schwarz-Brigade“ der Fanszene von Chemie Leipzig gemeinsam mit Vertretern anderer Vereine, darunter natürlich die mit den Berlinern teils ja auch befreundeten Abordnungen vom VFL Bochum, 1. FC Magdeburg und 1. FC Lok Leipzig.

R.I.P. - Mike Polley (23. April 1972 - 3. November 1990)

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Travel: Budapest, mon amour (Fotostrecke)

Die Fischerbastei, gegenüber das Parlament, unten fliesst mayestätisch die Donau. Darüber die schweren Eisenbrücken, die die Stadtteile Buda und Pest miteiander verbinden. Ungarns Hauptstadt war schon immer ein Sehnsuchtsort. In der 80ern für viele DDR-Tramper, die sich - bei ihrem Trip Richtung Bulgarien - zum Übernachten auf der Magareteninsel trafen. Heute für Leute, die mal ganz entspannt ein verlängertes Wochenende in einer sehr gelassenen europäischen Metropole verbringen wollen. Budapest, mon amour. Noch schnell hin, bevor die Touristenmeute anrollt ....
innenhof
Der 'Typische' Innenhof

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Wie eine Opportunistin zur Bundeskanzlerin wurde. Eine Insiderin erzählt ....

In Hamburg geboren, in Moskau studiert, als stellvertretende DDR-Regierungssprecherin 1990 erste politische Erfahrungen gemacht. Der Aufstieg der Angela Merkel ist bizarr und stringent zugleich. So konnte abwarten und einstecken wie kaum eine Zweite. Kontinuierlich und ausdauernd hat sie sich eine loyale Machtbasis geschaffen. Die CDU von innen ausgehölt, ihre Bundestagsabgeordneten faktisch gleichgeschaltet. Wie dies geschehen konnte, berichtet Vera Lengsfeld im folgenden Video anschaulich. Die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin saß für Bündnis 90/Grüne in der einzig frei gewählten DDR-Volkskammer, für die CDU jahrelang im Bundestag. Jüngst hat sie eine Erklärung "gegen illegale Masseneinwanderung" mit initiiert, die aktuell über 100.000 Menschen unterzeichnet haben. Eine Insiderin, die aus dem Nähkästchen plauert. Gelebte Zeitgeschichte. 75 Minuten lang.

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Redaktion interpool.tv, Fred Kowasch Filmproduktion, Hermann Löns Weg 153, 42697 Solingen - Bundesrepublik Deutschland, E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Handy: 0157-85080812

 

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Klare Kante: Richtung 10 Prozent

Ein Kommentar von Fred Kowasch

zusammenbruch22.01.2018
Zum Schluß kam der Gitarrenspieler. Er sang ein Lied aus ferner Zeit. "Wenn wir schreiten Seit an Seit ...." Es klang, wie auf einer Beerdigung. Die Meisten wollten da schon nicht mehr hinhören. Fast fluchtartig leerte sich der Saal. 


Die 56,4 Prozent Zustimmung - Koalitionsverhandlungen mit CDU und CSU aufzunehmen - sind eine Klatsche für die gesamte SPD-Parteiführung. Sie zeigen, nicht nur wie gespalten die einst so stolze Sozialdemokratie mittlerweile ist, sondern in welche Richtung es zukünftig gehen wird. Ich wage jetzt schon mal eine Wette: bei den nächsten Bundestagswahlen liegt die AfD vor der SPD. Hält jemand dagegen??

Genau diese Angst hat die SPD vor Neuwahlen. Dafür setzt sie sich jetzt auch bei Merkel wieder auf den Schoß. Wird jede Kröte fressen. Was kümmert mich mein Geschwätz von Gestern? Der markige Auftritt vom Wahlabend? Ohne Eier, aber mit Frauenquote. Irgendwie herrlich, dieser Partei beim Zusammenbruch zuzusehen. Bestes Kino, noch dreieinhalb Jahre lang ....

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No Comment: Polizei-Spezialeinheiten im Einsatz (Sachsen-Anhalt, 2016)

Es kann in dieser Zeit schon mal passieren, dass man am Morgen gegen 6 Uhr mit einem lauten Knall aufwacht. Wie sich später herausstellt, waren Spezialkommandos im Einsatz, die das Haus eines 'Reisbürgers' stürmten. Nur selten werden solche Einsätze - en Detail - öffentlich. Momentan macht im Netz ein Video die Runde, dass solch einen Einsatz aus der Sicht der Polizei zeigt. Es ist ein sehenswertes Zeitdokument. Möge sich jeder selbst ein Bild von diesen Polizei-Spezialeinheiten aus Sachsen-Anhalt machen. Und den Anwohnern, die diese Staatsdiener nicht 'mit offenen Armen' empfangen ....

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"Das tut schon ganz schön weh ...." - Abriss des Immerather Domes durch RWE

09.01.2018
Gegen halb sechs Uhr am Morgen passierte ein - als Abrißfahrzeug getarnter Kranwagen mit 'Greenpeace'-Aktivisten - die Sperre rund um die Kirche. Zwei von ihnen ketteten sich an Baggerschaufeln an, drei Kletterer enterten die Kirche. Dort seilten sie sich später am Hauptportal ab, entrollen ein gelbes Plakat: "Wer Kulur zerstört, zerstört auch Menschen!". An Abrißarbeiten war nun - erst einmal - nicht mehr zu denken ....

Als es gerade hell geworden ist, schleichen vermummte Gestalten durch die verlassenen Häuser am Rande. Insidern auch gut, als Baumbesetzer vom 'Hambacher Forst' bekannt. Vier von ihnen erklimmen - ohne Seil und Sicherung - neben dem Kirche einen Dachgiebel. Und auch hier ein Protest-Banner: "RWE ist gar nichts heilig". Und ein bischen Silvesterfeuerwerk.

Dann passiert - erst einmal - so gut wie Nichts. Kaum noch Kamerateams, dafür ein Ex-Lehrer der selbstgeschriebene Umwelt-Verse rezitiert und dafür Beifall bekommt. Zwei Lautsprecher- durchsagen der Polizei, die mit Gelächter bedacht werden. Ein langer Plausch mit Greenpeace-Aktivisten. Bis dann - nach drei Stunden im eisigen Wind - Spezialfahrzeuge mit Polizei-Kletterern ankommen. Abseilen, festnehmen - wenig später springen die Bagger an ....

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Travel: Sarayaku - Ein Indio-Dorf am Amazonas wehrt sich

Das Indio-Dorf Sarayaku kämpft erfolgreich gegen Ölfirmen, die auf ihrem Land im Dschungel Ecuadors nach Öl bohren wollen. Dabei haben sie etwas Erstaunliches vollbracht: eine gesunde Balance zwischen ihren Traditionen und dem westlichen Leben gefunden.

Von Philipp Lichterbeck, Sarayaku

Heriberto Gualinga zeigt auf den weitgespannten Amazonashimmel. „Wir sind Millionäre“, sagt er. Der Indio schaut zu den Kindern, die mit Speeren zum Fluss laufen, um zu fischen und schon wenig später mit gefüllten Netzen wiederkommen. Auf die Bananen- und Maniokstauden. Er blickt zu den Jugendlichen, die auf Bäume klettern und Früchte für ihre Freunde herunterwerfen.
Rio Bobonaza, Sarayaku, Foto P. Lichterbeck (1)Doch die Idylle trügt in Sarayaku, einem Dorf im Amazonaswald Ecuadors, das von Indios vom Volk der Kwicha bewohnt wird. Der Dorfrat sitzt zusammen. Die Männer und Frauen haben Berichte erhalten, dass die italienische Agip und andere Ölfirmen die Gemeindegrenzen verletzen. Aus vier benachbarten Ölbohrgebieten würden sie nach Sarayaku vordringen. „Es geht wieder los“, sagt Heriberto Gualinga. „Wir sind eingekreist.“

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Klare Kante: Chris Froome, Serena Williams und die Verlogenheit der ARD

Eine Hintergrundanalyse von Fred Kowasch

Chris Froome hat es wohl etwas übertrieben. Seit Mitte Dezember ist es öffentlich: der 'Tour der France'-Gewinner von 2013, 2015, 2016 und 2017 war bei seinem Sieg in der Spanienrundfahrt in diesem Jahr mit dem doppelten der - erlaubten - Menge an Salbutamol unterwegs. Statt 1000 Nanograms per Millilitre (ng/ml) wurden bei ihm 2000 ng/ml festgestellt. Was auffällt: Froome hatte am Tag vor seiner positiven Dopingprobe einen sportlichen 'Einbruch' erlitten. Am nächsten Tag fuhr er wieder allen auf und davon. Und: Froome ist nicht zum ersten Mal auffällig.

Genannt wurde sein Name auch in der Diskussion um den möglichen Mißbrauch der Medizinischen Ausnahmegenehmigungen (TUEs) vor mehr als einem Jahr. Damals hatte die Hackergruppe 'Fancy Bears' einige von ihnen als Originaldokumente ins Netz gestellt hat. Darunter auch eine TUE von Froome aus dem Frühjahr 2014. Dabei ging es um die Einnahme von Prednisolon. 

tennis tueAuch zahlreiche US-Sportler besaßen - laut diesen Dokumenten - eine TUE. Zum Beispiel die  Tennisspielerin Serena Williams. 23 mal hat sie bisher einen Grand-Slam-Titel im Einzel gewonnen. Auch am 6. Juni 2015 bei den 'French Open'. Was auffällt: auch sie hatte - beim Halbfinale - einen Einbruch im laufenden Wettkampf. Kam dann aber im Finale bravourös zurück. Der mögliche Grund: Serena Williams durfte 40 mg Prednisolone oral einnehmen. Prednisolone ist ein Cortisonpräperat, dem in der Wirkung durchaus Dopingcharakter zukommt. 

Zwei Fälle mutmaßlichen Dopings durch westliche Spitzensportler. Bisher liefen sie weitgehend unterhalb des Radars der deutschen Öffentlichkeit. Mein Kollege Ralf Meutgens und ich haben über diese Fälle in 'Sport inside' vor einem Jahr mehrfach berichtet. 'Sport inside' - eine 30 Minuten lange TV-Hintergrundsendung. Zweimal für den Grimmepreis nominiert, viermal für den Deutschen Fernsehpreis, einmal ausgezeichnet. Eine anerkannte Sendung, die mittlerweile zur Verschiebemasse im WDR-Abendprogramm geworden ist. Ein allseits anerkanntes investigatives Produkt, von dem die ARD so gut wie keinen Gebrauch macht.

Bereits vor mehr als einem Jahr war intern bekannt: die ARD wird ihren Vertrag mit der A.S.O. - dem Tour de France Veranstalter - verlängern. Trotz der Informationen zum Mißbrauch der TUEs im Radsport, trotz der Berichterstattung darüber. Denn hier geht es - und das sollte die Öffentlichkeit wissen - schon längst nicht mehr um die  Glaubwürdigkeit eines Öffentlich-Rechtlichen Senders. Informierte ARD-Kreise sprachen stets davon, das der Wiedereinstieg in die Tour-Übertragung, vor allem "quotentechnisch" begründet war. Und der Lizenzpreis, im Gegensatz zu früheren Jahren verhältnismäßig "billig". Und nun übertragen sie wahrscheinlich auch 2018 wieder. Ob nun mit oder ohne Chris Froome.

Anmerkung: Fred Kowasch arbeitete als Autor und Produzent für 'Sport inside' (WDR) und die ARD-Sportschau von September 2007 bis Mai 2017.

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Travel: Zu Besuch bei den Millwall-Hooligans - Fußball-London in drei Tagen (2)

Queens Park, Millwall, Arsenal. Drei namhafte Adressen für geradlinigen englischen Fußball. Immer mehr Deutsche Fans nutzen ein verlängertes Wochenende zum Kurztripp auf die Insel. Dünnes Bier, Fish and Chips, lautstarke Gesänge. Wir waren dort. 72 Stunden London. Drei 'grounds' und etliche Kneipen. Eine Reportage aus dem Mutterland des Fußballs.millwall1Beim legendären Millwall FC zu Gast

Gut gestärkt - wie immer in London gibt es Morgens schlabbrige weiße Bohnen und gepapptes Rührei - laufe ich in Richtung U-Bahn Stradford. Kurz vorher ziehen einige 'Hammers'-Fans an mir vorbei. Gut zu erkennen an ihren weinroten Trikots. Sie haben es nicht weit, denn das Londoner Olympiastadion - wo sie seit gut einem Jahr spielen - ist ja nur ein paar Hundert Meter von unserem Hotel entfernt. Eine bizarre Gegend. Ein seltsamer Misch zwischen 'Old England' und Moderne. Abgeranzte Mietskasernen, selten mehr zwei bis drei Stockwerke hoch, liegen zwischen gläsernen Wolkenkratzern. Ein halbes Dutzend von ihnen ist noch im Bau. Hier wird auch heute - am Samstag - gehämmert, gesägt, geschraubt. 

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G 20: Polizei will Aufnahmen von Journalisten (Zapp, NDR)

von Fred Kowasch

Als Berichterstatter gehörst Du raus auf die Straße. Mitten hinein in die Auseinandersetzungen der Republik. Das ist zumindest - meine - Berufsauffassung. 2017 berichteten wir auch über die Proteste am Rande des G-20-Treffen in Hamburg oder die Demonstrationen von 'Ende Gelände' im Rheinischen Braunkohlerevier. Natürlich gehören zur Arbeit - nicht nur vor Ort - auch Hintergrundgespräche. Meist sind dies Begegnungen ohne Handy und Kamera. Der Informant muß sich sicher fühlen. Ich will ja auch etwas Neues erfahren. Nur wenn Vertrauen besteht, kann dies überhaupt gelingen.

Dazu gibt es im Presserecht für Journalisten und Berichterstatter den Informantenschutz. Er leitet sch direkt aus Artikel 5 des Grundgesetzes ab. Wenn nun die Polizei - wie im Fall von G-20 in Hamburg geschehen - TV-Medien dazu auffordert, ihr Drehmaterial herauszugeben, dann unterhölt sie damit das Grundgesetz. Um es klar zu sagen: mit uns wird es so etwas nicht geben. Wir sind kein Erfüllungsgehilfe irgendwelcher Strafverfolgungsbehörden. Keine Büttel des Systems. Da kann kommen, wer will. Da können sich unserer Informanten sicher sein.

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TV-Tipp: 'Bimbes - Die schwarzen Kassen des Helmut Kohl' (ARD)

Wer immer noch denkt, dass er in einer funktionierenden Demokratie, in einem wirklichen Rechtsstaat lebt, sollte sich die ARD-Doku 'Bimbes - Die schwarzen Kassen des Helmut Kohl' ansehen. Darin zeigen die Autoren Egmund R. Koch und Stefan Lamby, welcher Mittel sich der ehemaliger Bundeskanzler bediente, um seine Partei - die CDU - am Laufen zu halten. Und wie egal ihm dabei das Grundgesetz war. Bester investigativer Journalismus.

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Im Wortlaut: "Sie sind in der Verantwortung ...."

Offener Brief von zwölf Familien der Todesopfer vom Berliner Breitscheidplatz (19.12.2016) an Bundeskanzlerin Angela Merkel. 
Mittlerweile fordern FDP und Bündnis 90/ Die Grünen einen Untersuchungsausschuß des Bundestages zu den Vorgängen.

" .... Frau Bundeskanzlerin, der Anschlag am Breitscheidplatz ist auch eine tragische Folge der politischen Untätigkeit Ihrer Bundesregierung. In einer Zeit, in der die Bedrohung durch islamistische Gefährder deutlich zugenommen hat, haben Sie es versäumt, rechtzeitig den Ressourcenausbau und die Reformierung der wirren behördlichen Strukturen für die Bekämpfung dieser Gefahren voranzutreiben.

Wir fordern Sie dringend auf, die vorhandenen Defizite so schnell wie möglich zu beseitigen. Sie sind in der Verantwortung, die für die Bekämpfung des Terrors erforderlichen Ressourcen im Bund mit Priorität bereitzustellen. Aber auch die Länder müssen ihre Strukturen ausbauen und mit Ihnen gemeinsam an einer Entwirrung der behördlichen Strukturen arbeiten. Es darf künftig nicht mehr zu so gravierenden Problemen in der Koordination kommen. Gerade im Falle des Attentäters vom Breitscheidplatz sind diesbezüglich eklatante Missstände offenbar geworden, die so nicht weiter toleriert werden können.

In Bezug auf den Umgang mit uns Hinterbliebenen müssen wir zur Kenntnis nehmen, Frau Bundeskanzlerin, dass Sie uns auch fast ein Jahr nach dem Anschlag weder persönlich noch schriftlich kondoliert haben. Wir sind der Auffassung, dass Sie damit Ihrem Amt nicht gerecht werden. Der Anschlag galt nicht den unmittelbar betroffenen Opfern direkt, sondern der Bundesrepublik Deutschland. Es ist eine Frage des Respekts, des Anstands und eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass Sie als Regierungschefin im Namen der Bundesregierung unseren Familien gegenüber den Verlust eines Familienangehörigen durch einen terroristischen Akt anerkennen. ...."terroranschlag breitscheidplatzGedenkstätte für die zwölf Opfer des Berliner Terroranschlages vom 19. Dezember 2016 am Breitscheidplatz

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Duisburg, 24. Juli 2010 - Die Loveparade-Akten (Reblog)

Heute beginnt in Düsseldorf der Loveparade-Prozeß. Mehr als sieben Jahre nach den Vorfällen am 24. Juli 2010 in Duisburg, wo 21 Menschen starben, 541 zum Teil schwer verletzt wurden. Wir haben ein paar Originaldokumente von damals zusammengestellt.

23.08.2010 - (Reblog)
loveparade 05022011In Folge der Ereignisse auf der Loveparade am 24.07.2010 in Duisburg starben 21 Menschen. Mehrere Staatsanwälte ermitteln, unterstützt von über 60 Polizeibeamten. Im Raum steht der Vorwurf der 'fahrlässigen Tötung'. Nachdem bereits am 28.07.2010 das NRW-Innenministerium seine Sicht der Dinge verbreitete und Schaubilder und Skizzen zur Ansicht ins Internet stellte, veröffentlichte die Stadt Duisburg als oberste Genehmigungsbehörde am 03.08.2010 einen Zwischenbericht zum Ablauf der Geschehnisse in der Ruhrgebietsstadt.

Was in der veröffentlichten Version allerdings fehlt, waren die durchaus erkenntnisreichen Anlagen. Dokumente, von hoher Brisanz. So brisant, dass die Stadt Duisburg das Blog xtranews.de auf Unterlassung verklagte, als sie die Papiere online stellten.

Mittlerweile sind sie an verschiedenen Stellen im Internet wieder aufgetaucht. Selbstverständlich auch bei interpool.tv. Wir haben die Papiere einmal 'quergelesen'. Im Interesse der Öffentlichkeit stellen wir hier die relevantesten Dokumente zum Download zur Verfügung.

pdf Anlage 10 - Veranstaltungsbeschreibung
pdf Anlage 12 - Massnahmen Polizei
pdf Anlage 17 - Lopavent Besucherprognose
pdf Anlage 25 - Ablehnung Dressler
pdf Anlage 28 - Nachforderung fehlender Unterlagen
pdf Anlage 29 - Veranstaltungsbeschreibung 19.06.10
pdf Anlage 34 - Genehmigung Unterschreitung Fluchtwege
pdf Anlage 37 - Auslastungsmeldung
pdf Anlage 38 - Ereignisprotokoll (Seite 10-19)
pdf Anlage 39 - Sperre Zugang
pdf Anlage_59_Protokoll_der_Ortsbesichtigung_am_23072010
pdf Anlage_62_Einsatztagebuch_Ordnungsamt
pdf Anlage_68._Augenzeugenbericht

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Im Wortlaut: Offener Brief an die Polizei (Hambacher Forst)

"Liebe*r Polizist*in,

Im Hambacher Wald verlieren die Bäume ihre letzten Blätter. Das Licht, der Wind, der jetzt immer beständiger nach Winter schmeckt, streift durch die Kronen. Ihr redet von Mechanismen, die in Gang gesetzt wurden und jetzt nicht mehr aufzuhalten sind. Das Urteil ist gefallen.

Sonne wird erbarmungslos auf den Boden scheinen, der jahrtausendelang kühl und feucht war, beschützt von einem komplexen, ruhig im Wind tanzenden Blätterdach. Nach dem ihr die Bäume gefällt habt, die Büsche aus dem Boden gerissen habt, beginnt das Sterben unter der Erde. Verworren mit den Wurzeln der uralten Bäume lebt der Boden, leben Pilze, Mikroorganismen, Würmer, die die so selbstständig und stark wirkenden Eichen am Leben gehalten haben. Sie sterben noch bevor der Bagger die Erdschichten zerreißt.

Ich hasse dich nicht, liebe*r Polizist*in, die Du mein Baumhaus räumen wirst. Du tust mir leid. Es tut mir weh. In den meisten Dingen sind wir uns ähnlich. Wir beide lieben den Geruch von frisch aufgebrühtem Kaffee. Den ersten sonnigen Tag im Frühling. Herbstblätter. Woher kommt dieser winzige Unterschied, der macht, dass Du in Uniform die Interessen eines Konzern durchsetzt und diesen Wald zerstörst und ich hier auf einem Baum sitze und mich darauf vorbereite, mich an ihm festzuketten? ...."
hambacher forstFotos: Fred Kowasch
Quelle:
 https://hambacherforst.org/blog/2017/11/25/offener-brief-an-die-polizei/

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Im Netz: 'Godless' (Western, Netflix)

Schöne und entschlossene Frauen. Brutale Gangster. Ein warmherziger Ganove. Richtig geiler Western. Gut ist: das Werk ist über sieben Stunden lang. Bei netflix in genau so vielen Teilen zu geniessen. Wunderbare Landschaftsaufnahmen wechseln sich mit detailgetreuen Charakterstudien ab. Manchmal wird es allerdings arg brutal. Ein Filmgenuß, der süchtig macht. Der sich Zeit zum Erzählen lässt. Modernes, grosses Kino.

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Hambacher Forst: Rodungen ausgesetzt, Räumung weiterhin möglich

15.12.2017
Bis zum Ende des Jahres soll es im Hambacher Forst keine Rodungen mehr geben. Grund: der Energiekonzert RWE nahm ein Vergleichsangebot des Oberverwaltungsgericht an, nachdem es vorerst zu klären ist, ob der Wald als schützenswert erachtet wird. Dies soll in den nächsten Monaten ein unabhängiger Gutachter untersuchen. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) geht sogar davon aus, dass die Rodungen noch monatelang unterbleiben: "Da ab März laut Naturschutzgesetz ohnehin keine Bäume mehr gefällt werden können, kommen Abholzungen im Hambacher Forst nicht vor Oktober 2018 in Betracht", sagte Pinkwart dem WDR. Davon unbenommen: die Räumung des von Dutzenden Demonstranten besetzten Waldes durch die Polizei ist weiterhin möglich. Die 'Aktivisten' leben dort in zahlreichen Baumhäusern.



01.12.2017 (update) -
Video von den Ereignissen am Montag im Hambacher Forst. Dort wo RWE - mit Hilfe der NRW-Polizei - einen 12 000 Jahre alten Wald roden lässt. Um anschließend Braunkohle zu fördern. Am Dienstag Nachmittag dann vom Oberverwaltungsgericht Münster die Nachricht: Rodungsstop. Vorläufig. Die aufgenommenen Szenen zeigen friedlichen Protest. Den Versuch, zu den Baumfällarbeiten zu kommen, um die Rodungen zu stoppen. Und wie die Polizei - mit Pfefferspray - dagegen vorgeht. Was sie nicht zeigen: Steinwürfe. Die soll es - so übereinstimmende Aussagen am Rande - in diesem Zusammenhang gegeben haben. Gestern dann eine aktuelle Stunde zum Thema im NRW-Landtag. Mit Begriffen wie "Kriminelle" (AfD) und "Terroristen" (CDU) wurden dort Menschen bezeichnet, die sich für den Erhalt der Umwelt einsetzen. interpool.tv bleibt am Thema dran.

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Klare Kante: Merkel, go away (Reblog)

Umfrage: Fast jeder zweite Deutsche für Merkels Abgang. Auch drei Monate nach der Bundestagswahl steht noch keine Regierungskoalition.

Ein Kommentar von Fred Kowasch

angela merkel20.11.2017 - 08:00 Uhr
Ein Bild aus besseren Tagen. Geschossen im September 2004. Auf einem Empfang der CDU-Parteivorsitzenden anläßlich der Musikmesse Popcom in Berlin. Ein Jahr vor ihrem überraschenden Aufstieg zur Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. 

13 Jahre später. Das totale Chaos. Ohne eine Idee, einen Entwurf, fernab von politischer Führung sind die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU, CSU, Bündnis 90/Die Grünen und der FDP gegen die Wand gefahren. in letzter Konsequenz trägt Angela Merkel dafür die Verantwortung.

Allenfalls den Liberalen kann man - ob ihrer Konsequenz - dankbar sein. Sich einem 'Weiter so' zu verweigern, für Investitionen in Bildung und Digitalisierung und - ENDLICH - einem Einwanderungsgesetz zu kämpfen - das ist das, was Not tut.

Merkel steht vor einem Desaster. Vor den Scherben ihrer planlosen Politik. Eine Neuauflage einer großen Koalition - mit ihr an der Spitze - eher unwahrscheinlich. Eine Minderheitsregierung, abhängig auch von AfD-Gnaden, ebenso.

Bleiben Neuwahlen. Doch, was sollen sie bringen? Noch mehr AfD und FDP? Noch weniger CDU/CSU und Bündnis 90/Die Grünen?! Reine Spekulation. Man kann auch so lange zur Urne trotten, bis es den Machthabern passt. Der 19. November 2017 in Deutschland. Er wird fürwahr ein historischer Tag werden.

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Im Wortlaut: Erklärung von Fabio V. (07.11.2017, Amtsgericht Hamburg)

"Frau Richterin, Frau Schöffin, Herr Schöffe, Frau Staatsanwältin, Herr Jugendgerichtshelfer,

Sie müssen heute über einen Mann urteilen. Sie haben ihn als „aggressiven Kriminellen“ und als „respektlos gegenüber der Menschenwürde“ bezeichnet. Mich persönlich kümmert es nicht, mit welchen Attributen Sie mich benennen. Ich bin nur ein Junge mit einem starken Willen.

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass die Herrschaften Politiker, Polizeikommissare und Staatsanwälte wahrscheinlich glauben, dass sie den Dissens auf den Straßen aufhalten können, indem sie ein paar Jugendliche festnehmen und einsperren. Wahrscheinlich glauben diese Herrschaften, dass das Gefängnis ausreicht, um die rebellischen Stimmen aufzuhalten, die sich überall erheben. Wahrscheinlich glauben diese Herrschaften, dass die Repression unseren Durst nach Freiheit aufhalten wird. Unseren Willen, eine bessere Welt zu erschaffen.schwarzer block guter blockQuelle: https://unitedwestand.blackblogs.org/erklaerung-von-fabio-v-anlaesslich-der-sitzung-am-07-november-2017-im-amtsgericht-hamburg-altona/

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Im Kino: The Secret Man (The Story of the Watergate-Whistleblower)

Sein Name ist Mark Felt. FBI-Vize in der Zeit der Nixon-Administration. Mark Felt ist aber auch 'Deep Throat'. Der wichtigste Informant der Reporter-Legenden Bob Woobward und Carl Berstein von der 'Washington Post'. Seine Insider-Informationen führten letztendlich am 9. August 1974 zum Rücktritt von Richard Nixon. Dem bisher einzigen amerikanischen Präsidenten, der - vor Ablauf seiner Amtszeit - freiwillig gegangen ist. Der Politik-Thriller 'The Secret Man' (im Original 'The Silent Man') erzählt die Geschichte des Informanten Felt. Seine Idendität hielt er jahrzehntelang geheim.

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'Mission Klassenerhalt' (III) - Im Fanzug zum BFC Dynamo

Es gibt ein Stadion im Leipziger Nordwesten, da scheint die Zeit stehengeblieben, Vergangenheit gegenwärtig zu sein. 1964 wurde hier - im Leutzscher Holz - die BSG Chemie Leipzig völlig unerwartet DDR-Meister. Später spielte der Verein meistens in der zweiten Liga, Staffel C, bis er irgendwann ganz verschwand. Ein paar Unermüdliche fingen - zu Beginn des neuen Jahrtausend - in der 12. Liga wieder neu an. Jahr um Jahr ist 'Chemie' seitdem aufgestiegen, spielt nun in der Regionalliga Nordost. Muss sich dort mit dem 1. FC Lok Leipzig, Energie Cottbus und dem BFC Dynamo messen. Partien mit einiger Brisanz. In 'Mission Klassenerhalt' begleiten wir die Mannschaft durch die Saison.

von Fritz Rainer Polter


12. Ligaspiel + BFC Dynamo - Chemie Leipzig 3:0 + Platz 15 (von 18) mit elf Punkten

Auf dem Hauptbahnhof Leipzig versammeln sich die Chemiker ab 8.30 Uhr auf dem Querbahnsteig vor dem Bahngleis 11, wo der von den Chemie-Fanclubs selbstorganisierte Sonderzug zum Gesundbrunnen bereitstehen soll. Tut er nicht, und als der zirka eine halbe Stunde verspätet einrollt, fehlen zwei der angedachten sieben Hänger. Die Gründe dafür bleiben unklar, einige munkeln von einem Rangier-Versagen der Bundesbahn, andere wiederum wollen dies nicht glauben, und mutmaßen, die zwei Hänger wären wohl von uns nicht bezahlt worden. Wie auch immer, leiden müssen die Fans, welche wie Sardinen in der Büchse zusammengedrängt werden. Sitzplätze gibt es nur für zirka die Hälfte der 850 Reisenden in Grün/Weiß, die andere Hälfte muss in die Gängen sehen, wie sie die zirka zweieinhalb Stunden lange Fahrt übersteht.chemie beim bfc2

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Travel: Im Pub bei Queens Park - Fußball-London in drei Tagen (1)

Queens Park, Millwall, Arsenal. Drei namhafte Adressen für geradlinigen englischen Fußball. Immer mehr Deutsche Fans nutzen ein verlängertes Wochenende zum Kurztripp auf die Insel. Dünnes Bier, Fish and Chips, lautstarke Gesänge. Wir waren dort. 72 Stunden London. Drei 'grounds' und etliche Kneipen. Eine Reportage aus dem Mutterland des Fußballs.

Tag 1 - 
Queens Park Rangers - FC Fulham 1:2


Ein Fensterplatz, neben wunderschönen Wolken. Dann noch ein wenig über der Themse kreisen. Der Kurztrip nach London beginnt vielversprechend. Im Sichtweite zum Gepäckband stehen mehrere Geldautomaten. Die U-Bahn in die Innenstadt ist - Dank freundlicher Helfer in gelben Uniformen - schnell gefunden. Zehn Pfund für den 90 Minuten Trip nach Stratfort. Einmal umsteigen, dann laufe ich im typisch britischen Nieselregen dem Hotel entgegen. Erst einmal bin ich völlig durch.
queens park pub
Vor dem Spiel bei Queens Park

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Fotostrecke: Queens Park, Millwall, Arsenal - Fußball-London in drei Tagen

Queens Park, Millwall, Arsenal. Drei namhafte Adressen für geradlinigen englischen Fußball. Immer mehr Deutsche Fans nutzen ein verlängertes Wochenende zum Kurztripp auf die Insel. Dünnes Bier, Fish and Chips, lautstarke Gesänge. Wir waren dort. 72 Stunden London. Drei 'grounds' und etliche Kneipen. Eine Reportage aus dem Mutterland des Fußballs.
kneipe1
In einem Pub nach einer Partie von Arsenal ....

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Sehenswert: Icarus (Dokumentation)

Es ist eine wahre Geschichte. So unglaublich, dass sie fast nur erfunden sein kann. Talentierter Amateurradrennfahrer - der zufällig auch noch Filmemacher ist - bereitet sich auf seine nächste Rundfahrt vor. Sucht einen Sportmediziner, der ihm beim 'Präparieren' mit Testosteron und Epo hilft. Ein US-Arzt stellt die Verbindung her. Zu Gregori Rodschenkow, Chef des russischen Ant-Doping-Programmes und Leiter des Moskauer Anti-Dopinglabor. Der Film zeigt, wie sich zwischen beiden eine enge Beziehung entsteht. Die dann eine besondere Brisanz erhält, als das russische Staatsdopingsystem auffliegt. Im Zentrum: Rodschenkow. Dieser flieht in die USA, erzählt seine vermeintliche Story amerikanischen Medien. Die Kamera ist immer mit dabei. Spannende und ungemein gut umgesetzte Dokumentation, die einem in den Bann zieht. Ein Krimi, ein Stück aus dem Tollhaus des Leistungssports. Nun auch mit dem 'Oscar' als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.

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Klare Kante: Endlich wird wieder debattiert

Ein Kommentar von Fred Kowasch

25.09.2017
Wo war nur Heiko Maas? Der Totengräber für die Bürgerrechte war auf Tauchstation. An diesem Desaster-Abend für die Sozialdemokrie - vor keinem Mikrofon gesehen. Die Öffentlichkeit suchten andere. "Wir werden sie jagen!". Eine Kampfansage. Absurd zu konstertieren: Endlich gibt es wieder eine Opposition. Und: Endlich, endlich wird wieder schonungslos gestritten. Die Berliner Runde von ARD und ZDF machte da Hoffnung. Auf mehr.

Auf Journalisten, die ihren Job wieder ernst nehmen. Statt entrückt und seelig - wie im Herbst 2015 - den Regierungspressesprecher zu imitieren. Auf einen Bundestag in dem der Meinungsstreit hart ausgetragen wird. Die klebrige Einparteiensosse von CDUCSUSPDLINKEGrüne lag viel zu lange wie Mehltau über dem Land. Deshalb auch hat der Auftritt von Martin Schulz am Sonntag Abend Spaß gemacht. Weil er den Konsens durchbrach, endlich 'Eier' zeigte.



Noch ein Gruß an die 'Politisch-Korrekten', mit ihren immer gleichen Parolen. Mittels Lautstärke, Blockaden und fliegenden Fäusten bekommt ihr die AfD nicht weg. Im Gegenteil: ihr macht sie nur noch stärker. Vielleicht wird sie sich - im Parlament - selbst zerlegen. Vielleicht auch nicht. Zehn bis 15 Prozent - so sagen es Politikwissenschaftler schon seit Jahren - hält jeder Staat aus.

Es ist an der Zeit aufeinander zuzugehen. Miteinander zu debattieren. Auch wenn, der andere bei seiner Meinung bleibt. Der Streit um die besseren Argumente, er macht die Würze in einer funktionierenden Gesellschaft aus.

Und: gestaltet endlich wieder Politik. Schafft ein modernes Zuwanderergesetz, führt die Asylpolitik auf ihren Wesenskern zurück. Verabschiedet euch von der Dörfer fressenden Braunkohleindustrie. Investiert in Digitalisierung, Bildung, Schulen, Kindergärten. Entwickelt Konzepte für die Themen Renten, Krankenversicherung und Pflege. Das sind die Bereiche, die den Menschen unter den Nägeln brennen. Sonst wird die Bundesrepublik bald überall 30 Prozent AfD sehen.

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Der Film des Jahres an der Kinokasse: 'Fack ju Göhte 3'

Dritter Teil über die ziemlich-verpeilte Abiklasse und ihre Lehrer aus dem Göhte-Gymnasium. Auch hier: Kinoempfehlung. In den ersten 45 Minuten brennt ein Feuerwerk ab. Eine Attakke auf die Bauchmuskeln. Kaum hat man den einen Gag begriffen, kommt schon der Nächste. Leider hat der Film dann aber einige - unnötige - Längen. Die Mobbing-Beichten in der Schulturnhalle (bezahlt wohl vom Bundesministerium für Schule und Bildung) kann man getrost auf dem Kinoklo verbringen. Dannach geht es wieder rund. Und - selbstverständlich - auch zu einem guten Ende. BITTE JETZT AUFHÖREN!!

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Klare Kante: Dieser Drops ist gelutscht

von Fred Kowasch (12.09.2017)

"Nazi", "Rassisten", "rechtspopulistische Bratzen". Kurz vor der Bundestagswahl da ballern sie aus vollen Rohren. Muss ihnen die Düse gehen. Haben Stegner, Maas und Gröhe die Windeln voll. Da können sie zetern wie sie wollen - wird die Wahl nicht im DDR-Style gefälscht - dann ziehen Petry, Weidel und Gauland schon in Kürze in den Deutschen Bundestag ein.

Dass kann man bedauern, schlecht oder katastrophal finden, das 'Gespenst von Weimar' an den Horizont malen. So langsam sollte sich die Öffentlichkeit damit abfinden: in den nächsten vier Jahren bestimmt die 'Alternative für Deutschland' (AfD) die politische Agenda mit. Und sei es dadurch, dass sie die 'lupenreinen Demokraten' mit permanenten Provokationen medial vor sich her treiben.muelltonne 

Da helfen auch keine Geschäftsordnungstricks im hohen Haus, keine eilig verfügten Dekrete mehr. Dieser Drops ist gelutscht.

Allenfalls geht es im Moment noch um die Fragen: wird die AfD drittstärkste Fraktion? Zieht die Partei zweistellig in das deutsche Parlament?

Zur Erinnerung: im Juli 2015 dümpelte die AfD in Wahlumfragen zwischen drei und vier Prozent Wähleranteil dahin. Ein Einzug in den Bundestag schien unwahrscheinlich. 

Dann kam 'Refugees welcome' und eine Angela Merkel, die statt verantwortlich ihren Job zu machen, von sich selbst entrückt war. Die Silvesternacht von Köln schließlich katapultierte die AfD in die Zweistelligkeit. Wo sie im September 2017 wieder angekommen ist.

'Flüchtlingskrise', 'Flüchtlingskrise', 'Flüchtlingskrise' - es ist de facto nur ein Thema, dass die letzten Wochen im Bundestagswahlkampf bestimmt. Auf den Marktplätzen in Ost (und West) da schäumen sie. Der Bürger, der Citoyen. Haben Lust, es denen - da oben - mal richtig zu zeigen. Das mag nicht schön aussehen, oft unflätig klingen. Wut kennt - in der Regel - keine Grenzen. 

Fest steht: dieses Land hat sich - in den letzten drei Jahren - verändert, gespalten. Die Diskussionskultur ist verkommen. In Geschrei erstickt. 
Verantwortlich dafür, sind nicht jene, die die Defizite benennen. Sondern die, die dieses Land - ohne Plan und Vison - verwalten.


Foto: Holger Witzel @tamisdat

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Medien: Die Motive der Whistleblower (Zapp, NDR)

Sie reden, weil sie sauer sind. Ungerechtigkeit empfinden. Eine Rechnung zu begleichen haben. Geld brauchen. Whistleblower haben unterschiedliche Motive, mit ihrem Wissen an die Öffentlichkeit zu gehen. Ohne sie ist hintergründiger, investigativer Journalismus nicht möglich. Dennoch können auch sie nur eine Quelle sein. Es braucht zweite, dritte, vierte Informanten, die die oft brisanten Informationen bestätigen. Und: Whistleblower müssen aufgeklärt werden, was es auch persönlich bedeuten kann, wenn ihre Geschichte durch alle Nachrichtenmedien geht. Oft stehen sie dann sehr allein da. Sehen hohe Anwaltskosten auf sich zukommen ....

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No Comment: 'Ende Gelände' - Proteste im Rheinischen Kohlebecken

"Wer hat heute Morgen schon Liegestütze genossen" 9 Uhr, Einsatzbesprechung an der Braunkohlegrube. Wenige hundert Meter brutzeln an einer Autobahnabfahrt Steaks und Rostbratwürste, brennen Holzscheite in einer robusten Metallschale. Gewerkschafter von RWE wollen wahrgenommen werden. Währenddessen sammeln sich am Klimacamp, fünf Kilometer weiter, Hunderte Menschen in weißen Schutzanzügen. Zum Abmarsch in Richtung Tagebau. Sie werden heute nicht weit kommen. Eindrücke von den Kohleprotesten im rheinischen Revier.

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Doping im Fußball - Die Ausnahmegenehmigungen der WM 2010 Spieler

fancy bears wm 2010 germanyDie Hackergruppe 'Fancy Bears' hat am Dienstag (22.08.2017) neue Dokumente veröffentlicht. Diesmal geht es - neben der Veröffentlichung von über 200 positive Doping-Proben im Jahr 2016 - vor allem um medizinische Ausnahmegenehmigungen (TUEs) im Fußball. Unter anderem zur Fußball-WM 2010 in Südafrika. Die Aufzählungen der Namen ist illustrer. Argentinier und Chilenen sind dabei, Italiener, ein Holländer. Dieser wurde unter Anderem auch im WM-Endspiel eingesetzt, als die 'Elftal' in der Verlängerung gegen Spanien mit 0:1 verlor.

Auch vier DFB-Spieler stehen auf der Liste. Alle vier - Christian Träsch, Dennis Aogo, Hans-Jörg Butt und Mario Gomez - sollen die Substanz Salbutamol gebraucht haben. Salbutamol ist ein Asthmamittel. Es steht auf der Dopingliste. Ein Gebrauch im Sport ist deshalb verboten. 

Weitere verbotene Medikamente die WM-Spieler durch die Ausnahmegenehmigungen eingesetzt haben sollen, waren - laut veröffentlichter Liste - Betamethason (u. a. fünf Spieler bei Argentinien) und Prednisolon. Beides sind Cortisonpräperate, denen in der Wirkung durchaus Dopingcharakter zukommt. Die neuen Enthüllungen werfen ein Licht auf eine bisher weitgehend geheime Ausnahmepraxis im Fußball. Wo Doping - wie TV-'Experten' von ARD und ZDF live erklärten - angeblich nichts bringen soll.

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Eskalation mit Ansage - Über die Vorfälle in Charlottesville (USA)

Wer die Auseinandersetzungen zwischen rechten und linken Gruppen in den USA schon seit einiger Zeit beobachtet, den verwundert die Eskalation vom Wochenende nicht. Seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten haben diese - vor allem in Universitätsstädten - kontinuierlich zugenommen.

Zunächst ging es darum, ob radikale Trump-Unterstützer dort öffentlich auftreten dürfen. Wie zum Beispiel Milo Yiannopoulos am Anfang Februar in Berkeley (California). Den gewaltsamen Ausschreitungen überwiegend linker Gruppen, folgten massive Auseinandersetzungen zweieinhalb Monate später - erneut in Berkeley.



Hier bei einer Demonstration rechter Gruppen. Unter dem Motto 'Free Speech'. Deren Vertreter - unter Ihnen auch Mitglieder von Rockergangs - teils kilometerweit zu diesem Ereignis angereist waren. Was einen verwundert, wenn man die Bilder betrachtet, wie wenig Polizei dort eingesetzt war. Wie ungehindert linke und rechte Demonstranten aufeinander losgehen konnten.

Ein ähnliches Bild bot sich am Wochenende in der Universitätsstadt Charlottesville. Polizei, die die verfeindeten Gruppen auseinanderhält, sieht man auf den Liveaufnahmen so gut wie nicht. Dafür hochgerüstete Demonstranten, unter Ihnen zahlreiche Neonazis. Die Vertreter beider Lager sind bewaffnet mit Tränengas, Kanthölzern, Baseballschlägern, Eisenstangen. Dazu eine paramilitärische Gruppe, ausgerüstet mit Schnellfeuergewehren.



Nur kurze Zeit später, fährt ein Wagen eines rechtsgerichteten 20jährigen in eine Gruppe von Gegendemonstranten. Eine Frau stirbt, 19 Menschen werden - zum Teil - schwer verletzt.

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